Um sie geht es: die Planung der Fassade vom künftigen Verwaltungssitz im Haus des Gastes.

2191 Wahlberechtigte können abstimmen

Bürgerentscheid in Bad Kohlgrub: Eine Frage des Geschmacks

Schindelfassade – ja oder nein? Beim Bürgerentscheid in Bad Kohlgrub steht eine simple Frage im Mittelpunkt. Den Initiatoren geht es ums Ortsbild. Sie hoffen auf viel Beteiligung – auch von Seiten der neuen Dorfbewohner.

Bad Kohlgrub – Weißblaue Rauten im Hintergrund, grelle Gelbschrift und zwei Bilder: Das Infoblatt zum Bürgerentscheid am Sonntag, 24. September, ist nicht zu übersehen. „Sind Sie gegen die geplante Schindelfassade am jetzigen Haus des Gastes, künftiges Rathaus?“ lautet dabei die zentrale Frage. Und die Antwort, warum sie gegen die Planung sind, geben die Initiatoren gleich selbst: Mit einem Foto von völlig verwitterten Schindeln. „Die werden irgendwann grau“, erklärt Josef Niklas. Und damit alles andere als schön.

Drei der Initiatoren: (v.l.) Jakob Fischer, Josef Niklas und Thomas Lory.

Gemeinsam mit seinen Spezln Andreas Lindauer, Jakob Fischer, Thomas Lory, Marlene Gundlfinger und Andreas Burkhart hat er das Bürgerbegehren Anfang März auf den Weg gebracht. Wenige Wochen später hatten sie die notwendigen Unterschriften zusammen. Mit der Abstimmung erst jetzt im September hatte niemand ein Problem. Im Gegenteil: Schließlich gehen die Leute ja eh zum Wählen.

Trotzdem tut sich Niklas mit einer Prognose schwer, wie es ausgehen könnte. Schließlich geht es vordergründig um eine Geschmacksfrage. Aber auch darum, wie die Ortsmitte gestaltet wird. „Für ein schönes Bad Kohlgrub der Zukunft!“ heißt es auf dem Flyer.

Die Initiatoren hoffen, dass genau das auch den vielen Neubürgern im Dorf am Herzen liegt. Der Erhalt eines speziellen Stils. Bei einer so wichtigen Frage, betont Fischer, habe es nicht ausgereicht, dem Gemeinderat zwei sehr ähnliche Varianten vorzulegen. Doch genau das habe der einheimische Architekt Clemens Böhmer vom Büro „Böhmer-Laubender Architektur und Stadtplanung“ im Februar getan. Den Initiatoren schwebt vor, die Bürger in den künftigen Entscheidungsprozess mit einzubinden.

Ob es so weit kommt, zeigt sich am Sonntag. „Bei uns dürfen 2008 Bürger an der Bundestagswahl und 2191 am Bürgerentscheid teilnehmen“, erklärt Ordnungsamtsleiter Michael Stichaner. „Wenn mindestens 440 Stimmen pro Entscheid fallen, das sind über 20 Prozent der Wahlberechtigten, gilt als angenommen.“ Stichaner konnte etwa 25 Wahlhelfer zusammentrommeln, jeder von ihnen hat eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben und sich dazu verpflichtet „das Wahlgeschäft unparteilich wahrzunehmen“. Das Kursaal-Gebäude wird zum Wahllokal umfunktioniert. Jeder Bürger erhält am Eingang seinen Stimmzettel, mit dem er sich dann in eine der etwa zehn Wahlkabinen begibt. „Die meisten hier kennen wir ja, sodass nicht jeder seinen Ausweis vorlegen muss“, erläutert Stichaner weiter. Der Wahlvorstand besteht in Bad Kohlgrub aus je neun Personen für die Brief- und Urnenwahl. Man rechne mit einer Wahlbeteiligung von zirka 75 Prozent, also etwa 1500 Wählern, davon seien 600 bis 700 Briefwähler. Bei der bislang letzten Bundestagswahl habe die Beteiligung ohne Bürgerentscheid bei 70 Prozent gelegen. Diese Wahl sei einfach, denn es gelte, insgesamt nur drei Kreuze zu machen. Erst- und Zweitstimme bei der Bundestagswahl, dann „Ja“ oder „Nein“ beim Bürgerentscheid.

nah

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