Bürgerentscheid rückt näher

Uffing - Die Anzeichen verdichten sich, dass es in Uffing zu einem Bürgerentscheid in Sachen Mobilfunk kommt. Initiator Herbert Doll sagte gestern dem Tagblatt, dass er bereits „wesentlich mehr Unterschriften als erforderlich" beisammen habe.

Doll hatte, wie berichtet, Anfang des Jahres der Telekom angeboten, dass sie auf einem ihm gehörenden Grundstück in der Nähe des Friedhofs einen Masten aufstellen könnte. Allerdings legte die Gemeinde in einem aufwändigen Verfahren Standorte fest. Klare Vorgabe dabei: Firmen können im Außenbereich nur am Rußbichl beziehungsweise an der Kläranlage Anlagen errichten.

Doch die Telekom macht bisher keine Anstalten, in dieser Richtung aktiv zu werden. Doll nervt der Stillstand. Daher sammelt er bereits seit ein paar Monaten Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Das Ziel: Es soll auf seinem erwähnten Grundstück ein Masten aufgestellt werden.

Doll ist guter Dinge: „Ich habe festgestellt, dass ich offene Türen einrenne. 80 Prozent der Ortschaft stehen hinter mir“, meint er. Die gesammelten Unterschriften wolle er Anfang Dezember in der Rathaus-Verwaltung zur Prüfung einreichen. Dass es zum Bürgerentscheid kommen und dieser erfolgreich sein wird, steht für ihn außer Frage. „Das ist nur noch Formsache.“ Die Frage, die den Stimmberechtigten gestellt werden soll, lautet: „Sind sie dafür, dass ein Mobilfunkmasten auf dem Grundstück Flur-Nr. 1264 (Nähe Friedhof) errichtet und dafür die erforderliche Umplanung durchgeführt wird?“

Unterdessen hat sich eine Bürgerinitiative formiert, der Dolls Pläne überhaupt nicht schmecken. In einem Schreiben an die Gemeinde Uffing bittet die Gruppierung „eindringlich um ein sichtbares Engagement unseres Bürgermeisters und des Gemeinderats zur Verhinderung des Vorhabens von Herrn Doll“. Laut Rathauschef Rupert Wintermeier (WGU) haben den Brief 37 Bürger unterschrieben. Es handle sich vorwiegend um Leute, die in der Hechenrainer Straße, Schöngrubstraße und am Lerchenweg wohnen, also die Ecke Uffings, wo das besagte Grundstück von Doll liegt.

Doch die Kommune will laut Wintermeier im Moment nicht aktiv werden. Die Initiative kann das nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Sie sieht vielfältige Ansatzpunkte. „In jedem Fall sollten alle Bürger von offizieller Seite informiert werden, dass eine schnelle Lösung nur auf den schon ausgewiesenen Standorten realisierbar ist. Gleichzeitig sollte die Gemeinde auf die Telekom zugehen und eine einvernehmliche Lösung im Sinne aller Uffinger Bürger suchen.“ Die Gemeinde sei gefordert und müsse aktiv werden. Offiziell informiert hat Wintermeier allerdings - und zwar in der September-Ausgabe des Bürgerblatts. Für ihn ist die Sachlage unverändert: „Die Mobilfunkbetreiber sind an der Reihe, sich mit den Gegebenheiten abzufinden und etwas zu machen.“ Ob die Kommune im Fall eines Bürgerentscheids über eine alternative Fragestellung abstimmen lassen würde, kann Wintermeier im Moment nicht sagen. Die Bürgerinitiative mutmaßt übrigens, dass „offensichtlich die Telekom im Hintergrund für Herrn Doll agiert“. Dieser weist das als „falsche Anschuldigung“ zurück. Der Initiative schenkt der Uffinger keine große Beachtung. „Das ist rechtlich belanglos.“ (roy)

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