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Steht den Großweilern beim Thema Flüchtlingsunterbringung Rede und Antwort: Bürgermeister Manfred Sporer (r. oben).

Unterbringung von Flüchtlingen

Nicht auszuschließen: Freizeitheim könnte Asylunterkunft werden

Großweil - Noch leben keine Asylbewerber in Großweil – doch es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis es Flüchtlinge unterzubringen gilt. Bislang gibt es aber keine geeignete Unterkunft. Bürgermeister Manfred Sporer kann eine Belegung des Freizeitheims nicht ausschließen.

"Die Gemeinde wird sicherlich Asylbewerber aufnehmen müssen.“ Mit dieser eindeutigen Aussage antwortet Großweils Bürgermeister Manfred Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft) in der Bürgerversammlung am Freitagabend auf die Anfrage des Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Werner Staab, ob der kleine Loisachort mit einer Zuweisungen durch das Landratsamt zu rechnen habe.

Derzeit sind noch keine Flüchtlinge in Großweil untergebracht, doch allein aus Solidarität zu anderen Gemeinden müsse und werde das Dorf Asylsuchende aufnehmen. Wann sie kommen, wie viele es sein und wo sie untergebracht werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch völlig unklar, so Sporer. Derzeit bemühe sich seine Kommune über gezielte Nachfragen bei Hausbesitzern, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden – bislang allerdings vergeblich. Unter anderem wurde eine Immobilie bei einer Überprüfung durch das Landratsamt als ungeeignet verworfen.

Und wenn sich kein geeignetes Objekt findet? Droht dann – so wollte Staab weiter wissen – gar eine Unterbringung von Flüchtlingen im Freizeitheim? „Das wäre die allerschlechteste Lösung“, warnte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende in seiner schriftlichen Anfrage. Denn dann könne kein Schulsport mehr stattfinden, und das Vereinsleben käme zum Erliegen, befürchtet er. Ausgeschlossen sei eine Belegung des Freizeitheims nicht, sagte Sporer. „Das ist konkret nicht zu beantworten. Dies wird von mehreren Faktoren abhängen.“ Unter anderem davon, wie viele Asylsuchende der Landkreis aufnehmen müsse und ob es bis zu einer Zuweisung nach Großweil alternative Bleiben für Migranten im Ort geben wird.

Sporer appellierte noch einmal an Hausbesitzer, freie Wohnungen dem Landratsamt oder der Gemeinde zu melden.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) gab einen Überblick über die Asyl-Situation. Aktuell leben demnach 1251 Flüchtlinge im Landkreis. Jede Woche kämen rund 20 neue dazu. Bis Jahresende soll ihre Gesamtzahl auf etwa 2250 ansteigen. „Wir wollen sie gerecht verteilen“, betonte Speer. Die Unterbringung in einer Turnhalle – wie es sie ja auch im Freizeitheim gibt – „ist für mich die letzte Lösung“, betonte Speer. 

Werner Staab regte eine Informationsveranstaltung in Großweil sowie einen Austausch mit benachbarten Helferkreisen an. Zudem betonte er die Bereitschaft der Großweiler Pfarrgemeinderäte sowie der Pfarrei, der Gemeinde unterstützend zur Seite zu stehen. Sporer hielt eine Informationsveranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt jedoch für verfrüht. Sollten die Asylbewerber kommen, „bin ich der Überzeugung, dass wir in Großweil nicht im Regen stehen werden“. 

Franziska Seliger

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