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Da war die Welt noch in Ordnung: Wahlkreisabgeordneter Alexander Dobrindt (r.,CSU) gestern bei der Stimmabgabe in der Peißenberger Tiefstollenhalle. 

Bundestagswahl 2017: CSU holt Direktmandat - und lässt ordentlich Federn 

Alexander Dobrindts schmerzhafter Sieg

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Das ist ein Sieg, der weh tut: CSU-Spitzenkandidat Alexander Dobrindt gewinnt zwar im Bundeswahlkreis 226 erneut das Direktmandat. Allerdings müssen die Schwarzen bei Erst- und Zweitstimmen ordentlich Federn lassen. Große Profiteure sind AfD und FDP.

Landkreis – Das bundesweite Wahlbeben erschüttert auch den Wahlkreis 226, der die beiden Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau umfasst. Die erfolgsverwöhnte CSU ist die große Verliererin bei den wichtigen Zweitstimmen, die letztlich darüber entscheiden, wie stark eine Partei im Bundestag vertreten ist. Sie büßt ihre absolute Mehrheit ein und stürzt im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren um rund zehn Prozent ab – von 52,46 Prozent auf 42,87 Prozent. Die Christsozialen bleiben damit zwar stärkste Kraft – und schneiden besser ab als auf Landesebene. Aber für eine traditionelle CSU-Hochburg, in der eigentlich „50 plus X“ normal sind, ist das Resultat ein Debakel.

Verkehrsminister bekommt im Wahlkreis 47,94 Prozent

Die Schwarzen dürfen sich damit trösten, dass ihr Spitzenmann, der bisherige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, bei den Erststimmen wieder das Direktmandat holt – und die Konkurrenz weit hinter sich lässt. Der Peißenberger Politprofi war als klarer Favorit ins Rennen gegangen – und der einzige Promi in einem Bewerberfeld, das vor allem aus Außenseitern bestand. Dobrindt konnte offenbar gerade hier im Landkreis mit seinem Einsatz für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur punkten. Der 47-Jährige, der mit viel Unterstützung von CSU-Granden einen intensiven Wahlkampf geführt hat, kann 47,94 Prozent der Stimmen hinter sich vereinen. Das ist für den ehemaligen Generalsekretär kein Traumergebnis, sondern ebenfalls ein spürbarer Rückgang. 2013 ließ er sich noch für 57,20 Prozent feiern. „Die CSU hat über zehn Prozent verloren, das schlägt sich auch in meinem Ergebnis im Wahlkreis nieder“, meinte ein hörbar geknickter Dobrindt gestern am späten Abend, nachdem das Endergebnis, das weit unter seinen Erwartungen geblieben sei, feststand. Der Wähler habe ein Zeichen gesetzt. „Viele Menschen fühlen sich ausgeschlossen, wir als CSU müssen die rechte Flanke wieder besetzen.“

Christsoziale Horrorvision ist jetzt Realität

Vom CSU-Übervater Franz Josef Strauß ist die Doktrin überliefert: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!“ Doch genau diese christsoziale Horrorvision ist jetzt Realität. Die anfangs als Randerscheinung belächelte Alternative für Deutschland (AfD) hat sich im Wahlkreis bei den Zweitstimmen zur zweitstärksten Kraft nach der CSU entwickelt. Die Nationalkonservativen, die auf eine rigorose Flüchtlingspolitik und einen Anti-Islam-Kurs setzen, können ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und kommen auf 12,09 Prozent – wie auf Bundesebene ein erdrutschartiger Erfolg. 2013 waren es nur 5,29 Prozent.

„Jetzt bin ich mal gespannt auf Jamaika“

Und auch die AfD-Spitzenkandidatin Edeltraud Schwarz darf sich über 10,06 Prozent freuen. Das ist Platz drei hinter Dobrindt und Enrico Corongiu (SPD). „Zweistellig, das ist auf jeden Fall ein Erfolg für mich“, erklärt Schwarz. Ob sie eine Chance auf den Einzug in den Bundestag hat, konnte sie gestern nicht sagen. Die Bemühungen ihrer Partei hätten sich im Wahlergebnis niedergeschlagen. Der AfD sei es gelungen, die Meinungsführerschaft im Wahlkampf zu übernehmen. „Jetzt bin ich mal gespannt auf Jamaika.“

Und es gibt noch eine große Wahlgewinnerin: die FDP. Auch die Liberalen haben bei Erst- und Zweitstimmen ordentlich zugelegt.

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