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Wollen für die SPD in den Bundestag: Enrico Corongiu (l., Mittenwald) und Felix Burger (Murnau).

Vorbereitung auf Bundestagswahl 2017 

SPD: Burger und Corongiu wollen CSU-Hochburg knacken

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Murnau - Ein gesundes Selbstvertrauen ist unabdingbar, wenn man als SPD-Kandidat hier im Bundestagswahlkreis 226, traditionell eine CSU-Hochburg, antreten will. Felix Burger (Murnau) und Enrico Corongiu (Mittenwald) haben es. Einen von beiden werden die Genossen ins Rennen schicken.

Der Bundestagswahlkreis Weilheim (226) ist fest in schwarzer Hand: Alexander Dobrindt, seit 2002 im Bundestag und seit 2013 im Kabinett Merkel für Verkehr und Infrastruktur zuständig, holte das Direktmandat viermal in Folge. Und auch nächstes Jahr will es der Minister wissen: Im Juli nominierte ihn die CSU-Basis einstimmig zum Spitzenkandidaten in dem besagten Wahlkreis, der für 2017 neu zugeschnitten wurde und nur noch die beiden Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen umfasst.

Felix Burger (27), Verkaufsleiter in der Lebensmittelbranche, und Enrico Corongiu (38), stellvertretender Bereichsleiter des BRK-Rettungsdienstes, sind Sozialdemokraten durch und durch. Ihre Ansichten ähneln sich in vielen Punkten, das Thema soziale Gerechtigkeit spannt sich wie ein großer Bogen über ihre Positionen. Vor allem die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, etwa mittels Genossenschaften oder staatlichen Wohnbaugesellschaften, liegt ihnen am Herzen. Der Murnauer und der Mittenwalder sind keine Politneulinge: Sie sitzen in den Gemeinderäten ihrer Heimatorte und im Kreistag. Dass Dobrindt bei der Bundestagswahl der Favorit ist, beeindruckt sie wenig. Burger glaubt sogar an ein „rotes Wunder“.

Fest steht: Nur einer von beiden wird antreten. Wer das sein wird, das bestimmen die SPD-Delegierten am Samstag, 24. September, in Murnau. Die Aufstellungskonferenz beginnt um 10 Uhr im Griesbräu. Dann haben die Genossen ausgiebig Gelegenheit, die Bewerber kennenzulernen.

Burger und Corongiu zeigen sich mit Blick auf den christsozialen Widersacher angriffslustig. „Dobrindt hat nicht viel vorzuweisen“, kritisiert Corongiu. In letzter Zeit sei es ruhig um ihn geworden – und das groß angekündigte Mautprojekt sei verschoben worden. Burger urteilt ähnlich, bemängelt bei Dobrindt „Populismus und eine rückwärtsgewandte Politik“. Und was ist mit den Verkehrsprojekten hier in der Region, die die CSU gerne als ihre Verdienste anpreist? Viele stünden nur auf einer Wunschliste, moniert Burger. Bei der Finanzierung seien die explodierenden Baukosten nicht berücksichtigt. Und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs werde vernachlässigt.

Die Bundespolitik kennt derzeit nur ein Thema: die Flüchtlingskrise. Burger und Corongiu sind davon überzeugt, dass Deutschland diese meistern kann. „Die Integration ist lösbar, wenn sie vom Bund gesteuert wird“, sagt Burger. Alle Ministerien und Behörden seien gefordert – angefangen bei der Bearbeitung von Asylanträgen bis hin zur Job-Vermittlung. „Wir müssen in allen Bereichen Gas geben.“ Sein Parteikollege sieht es ähnlich. Es helfe nicht, ärgert sich Corongiu, wie die CSU rechte Parolen auszurufen. Dies stärke nur die AfD. Die Bundesrepublik habe in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Menschen aufgenommen. „Das hat Deutschland nicht geschadet.“ Und auch bei der Frage, ob auf Bundesebene – wie in Berlin – eine rot-rot-grüne Regierungskoalition eine Option sei, herrscht Einigkeit. Die beiden Sozialdemokraten liebäugeln mit solch einem Linksbündnis. Corongiu erkennt eine große Schnittmenge. Und Burger meint: „Das ist eindeutig möglich.“ Allerdings müsse sich Die Linke dafür noch bewegen.

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