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Wird gewürdigt: Herbert Stoess aus Murnau.

Hohe Auszeichnung für einen Murnauer 

Bundesverdienstmedaille für Herbert Stoess 

Murnau - Diese Medaille der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige allgemeine Auszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die für Verdienste um das Gemeinwohl verliehen wird. Der Murnauer Herbert Stoess, langjähriger Vorsitzender der Sportfliegergruppe Werdenfels und quasi der Gründungsvater des Fluggeländes Pömetsried, darf diese Würdigung bald sein Eigen nennen.

"Oha, ich glaub, jetzt hamm’s an Falschen erwischt“: Das war die erste Reaktion von Herbert Stoess, als er die Einladung des Landrats Anton Speer für die Verleihung der Bundesverdienstmedaille am kommenden Dienstag im Landratsamt erhielt. „Das kam plötzlich und überraschend.“ Denn bis dahin hatte der Murnauer keinen blassen Schimmer davon, dass ihn Vereinskollegen für diese Würdigung, deren Legitimation an höchsten Stellen in Berlin überprüft wird, vorgeschlagen hatten. Schnell gesellte sich aber ein klein bisschen Stolz dazu, gesteht Stoess. „Natürlich fühle ich mich sehr geehrt.“

Die Bundesverdienstmedaille, eine kleinere „Schwester“ des Bundesverdienstkreuzes, wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, darüber hinaus aber auch für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland (Quelle: Wikipedia).

Warum für den langjährigen Leiter der Sportfliegergruppe Werdenfels? Für Mathias Briesenick, den Pressesprecher dieses Vereins, ganz klar: „Der Segelflugsport dienst den Mitgliedern des Vereins als sportliche Betätigung und Freizeitgestaltung.“ Darüber hinaus habe das Segelfluggelände, das unter Leitung von Stoess aus dem Murnauer Moos bei Eschenlohe an den jetzigen Standort verlegt wurde, aber auch weitreichende, positive Auswirkungen auf die Region: Zu nennen sind laut Briesenick die intensive Jugendarbeit, die Stoess als Fluglehrer gefördert hat, die positiven Auswirkungen auf den Tourismus durch Fliegerurlauber und deren Familien und drittens und ganz wichtig, die Unterstützung des Katastrophenschutzes des Landkreises durch die Luftrettungsstaffel Bayern, die ebenfalls noch unter Regie von Stoess in Pömetsried angesiedelt wurde.

1992 übernahm Herbert Stoess die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Sportfliegergruppe Werdenfels. Damals unter schwierigen Voraussetzungen, denn zu diesem Zeitpunkt war unwiderruflich klar, dass das seinerzeit im Moos bei Eschenlohe bestehende Segelfluggelände aufgelöst werden muss. „Sein erklärtes Ziel war, den Luftsport im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gegen alle Widerstände zu erhalten“, sagt Briesenick.

In langwieriger Recherche hatte Stoess daraufhin im Landkreis nach einem geeigneten neuen Standort gesucht. Als einzige Möglichkeit blieb das eigentlich von der Geländestruktur her schwierige Areal in Pömetsried bei Ohlstadt. „Er stellte eine Task Force auf, veranlasste umfangreiche Planungen, ließ erforderlich Gutachten erstellen, holte Stellungnahmen ein und sorgte für den Antrag auf Richtung und Betriebe eines Segelfluggeländes bei der Regierung von Oberbayern“, schildert Briesenick. In der drei Jahre andauernden Genehmigungszeit habe Stoess parallel dazu um die Finanzierung, um Darlehen und andere Geldquellen gekümmert.

Als die Regierung von Oberbayern dann die Genehmigung erteilt hatte, war von Aufatmen keine Spur. Gleich mehrere Parteien begannen, gegen diesen Bescheid der Regierung zu klagen, was für Stoess wiederum bedeutete, den Verein über zwei Instanzen hinweg als beteiligte Partei zu vertreten. Als schließlich mit der Realisierung des Platzes samt aller Gebäude begonnen wurde, war Stoess’ tägliche Anwesenheit auf der Baustelle gefragt. „Er verantwortete den Bauprozess und den Baufortschritt bis zur endgültigen Fertigstellung und Inbetriebnahme."

Michaela Sperer 

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