Ohren zu: Die zweijährige Veronika, hier mit ihrer Mutter Michaela Mader, hat inzwischen Angst vor Flugzeugen. Foto: Pritzl

Bundeswehr-Kampfjet im Tiefflug: Kind gerät in Panik

Eschenlohe - Bundeswehr-Flugübung mit Folgen: In Eschenlohe hat sich ein zweijähriges Mädchen so sehr erschrocken, das sie eine Panikattacke bekam.

Dieses Erlebnis wird die zweijährige Veronika aus Eschenlohe nicht so schnell vergessen: Das Mädchen spielte am Donnerstagvormittag, 26. April, mit Kindern auf dem Hof des Hauses ihrer Eltern, als plötzlich ein ohrenbetäubendes Getöse über sie hereinbrach. Ein Tornado-Kampfjet der Bundeswehr donnerte im Tiefflug über das Loisach-Dorf in Richtung Eschenlainetal. Die Kleine erschrak so sehr, dass sie sich schreiend auf den Betonboden warf. Die schmerzhaften Folgen dieser Panikattacke: Gesichtsverletzungen, eine aufgeplatzte Lippe und ein angebrochener Schneidezahn.

Mutter Michaela Mader ist wütend: Sie kann nicht verstehen, dass ein Düsenjet des Militärs derart tief über ein Wohngebiet schießen darf. Dies komme in Eschenlohe immer wieder vor. Ihrer Meinung nach müssten solche Routen tabu sein. „Das ist eine Frechheit“, schimpft sie, „Veronika war völlig fertig“. Sie habe den Eindruck gehabt, die Maschine rausche direkt über die Köpfe hinweg.

Veronikas körperliche Wunden sind mittlerweile weitgehend verheilt. Eine Zahnlücke erinnert noch an den Unfall - und ein Schutzengel zum Kuscheln, den sie als Trostpflaster geschenkt bekam. Doch psychisch scheint das Mädchen den Vorfall nicht vollständig verarbeitet zu haben: Laut ihrer Mutter ist sie seitdem extrem lärmempfindlich, reagiert ängstlich auf ungewohnte und laute Geräusche. Mader spricht von einem „Schock“ - und denkt darüber nach, mit ihrer Tochter zu einem Kinderpsychologen zu gehen, wenn es nicht besser wird, und einen Schadensersatz einzufordern.

Letzteres dürfte schwierig werden. Denn nach Ansicht des Luftwaffenamtes in Köln, das sämtliche militärische Flüge in Deutschland mit Radarsensoren erfasst, ist alles mit rechten Dingen abgelaufen. Die Tornado-Besatzung habe an dem besagten Donnerstag gegen 11.04 Uhr „im Rahmen des täglichen Routineflugbetriebes“ Eschenlohe überquert und sich an die Vorschriften gehalten, erklärt Presseoffizier Kai Gudenoge. Die Flughöhe lag seinen Angaben zufolge zwischen 541 und 685 Metern - und damit im grünen Bereich. Denn als Mindestflughöhe waren laut dem Bundeswehr-Sprecher 300 Meter vorgegeben. Schäden könnten bei der für den Bereich Eschenlohe zuständigen Wehrbereichsverwaltung Süd in München angemeldet werden. (as)

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