Warter geht, Bockmann kommt

Kommandowechsel in Mittenwald

Mittenwald - Führungswechsel in der Mittenwalder Winterkampfschule: Andreas Bockmann übernimmt von Michael Warter das Kommando.

Die Mitteilung erreichte Andreas Bockmann (51) wenige Tage vor seinem Geburtstag (15. Juni): Dem Oberstleutnant wurde das Kommando im Mittenwalder Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf angetragen. „Das war immer mein großer Wunsch.“ Was nicht weiter verwundert: Denn Bockmann ist waschechter Mittenwalder. Und einen solchen hat es seit Bestehen der Bundeswehr noch nie an der Spitze in einer der heimischen Kasernen gegeben. Dessen ist sich der Offizier mit erfrischend bayerischem Zungenschlag auch bewusst. „Jetzt komm’ ich heim.“

Dafür muss ein anderer gehen: Oberst Michael Warter (55). Die Abberufung nach nur zwei Jahren an der Spitze in der Karwendelkaserne erfolgte für ihn „wirklich überraschend“. Schlag auf Schlag bringt man nun in der Winterkampfschule, wie der Ausbildungsstützpunkt nach wie vor im Volksmund heißt, den Personalwechsel über die Bühne. Nach vielen Übergabe-Gesprächen im Laufe der Woche gibt Warter am Mittwoch, 20. Juli, um 10.30 Uhr vor geladenen Gästen auf dem Appell-Platz die Befehlsgewalt an Bockmann ab.

„Ein komisches Gefühl“, findet Warter. „so schön es natürlich ist, wieder bei meiner Frau zu sein“. Diese heißt Ursula, arbeitet als Bankkauffrau und wohnt in Bonn. Ganz in der Nähe, in Köln, wird ihr Gatte am 25. Juli seinen Dienst im Amt für Heeresentwicklung aufnehmen. Übrigens: Die ältere der beiden Warter-Töchter, Vanessa (20), ist inzwischen Offiziersanwärterin bei der Luftwaffe. Der Apfel fällt also nicht weit vom Stamm.

Eine oft strapazierte Weisheit, die auch auf den neuen Chef in der Karwendelkaserne zutrifft. Nicht nur Bockmanns Vater Gunter diente viele Jahre bei den Gebirgsjägern, auch der ältere Sohn (21) des neuen Kommandeurs wird im August ebenfalls als Offiziersanwärter einen Lehrgang in der Winterkampfschule bestreiten. Auch das kam in der über 50 Jahre dauernden Geschichte der Einrichtung wohl eher selten bis gar nicht vor. Der Papa jedenfalls sieht dem Besuch des Filius gelassen und irgendwie auch mit Freude entgegen.

Andreas Bockmanns Bundeswehr-Karriere begann am 1. Juli 1985. Als blutjunger Rekrut rückte er seinerzeit in seinem Heimatort in die damalige General-Kübler (heute Karwendel)-Kaserne ein – und zwar beim Gebirgsjäger-Bataillon 234. Sein erster Kompaniechef: ein gewisser Günter Görsch, der im Sommer 2014 als Chef der Winterkampschule in den Ruhestand verabschiedet wurde. Bockmanns erster Ausbilder ist keinen Deut unbekannter unterm Karwendel: Rainer Egger verpasste ihm den ersten Schliff. Im Zuge seiner Offiziers-Laufbahn absolvierte Bockmann mit Erfolg seinen Heeresbergführer-Lehrgang. Nach einiger Zeit in Bad Reichenhall kehrte er zurück nach Mittenwald und stand von 2005 bis 2007 unter anderem Michael Warter als stellvertretender Kommandeur des Bataillons 223 in der Edelweißkaserne zur Seite. Es folgten weitere Verwendungen, wie man im Bundeswehr-Jargon sagt, im Heeresamt in Köln (2007 bis 2009), in der Mittenwalder Winterkampfschule (2009 bis 2013), in der Führungsunterstützungsschule in Feldafing (2013 bis 2014) und als Inspektionschef an der Offiziersschule des Heeres in Dresden (seit 2014).

Nun also kreuzen sich ein weiteres Mal die Wege von Bockmann und Warter. Übrigens: Die Kommandeurs-Stelle in der Winterkampfschule – 112 Soldaten und Zivilisten verrichten dort ihren Dienst – wird aufgrund einer Umstrukturierung zurückgestuft. Seit 2010 hatte dort ein Oberst das Sagen, jetzt ist es „nur“ noch ein Oberstleutnant.

Christof Schnürer

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