Zwischen Rom und Alexandria spielt das Liebesdrama von Antonius und Cleopatra.

Christian Stückl inszeniert 2012 "Antonius und Cleopatra" in Oberammergau

Oberammergau - Großes Theater aus der Antike wird im kommenden Jahr im Passionstheater von Oberammergau geboten: William Shakespeare lieferte dafür 1607 die Vorlage.

„König David“, „Jeremias“, Pestspiel, Passion, „Joseph und seine Brüder“ - alles unter der Regie von Christian Stückl -, dazu noch „Oberammergau 1633“ von Martin Müller: Die Theaterleidenschaft hat in den letzten Jahren in dem 5300-Seelen-Ort an der Ammer reichlich Blüten getrieben. Bayernweit dürfte es keine Gemeinde vergleichbarer Größe mit soviel Eigenproduktionen geben.

Die neue Passionstheater-GmbH, zur Koordination und Organisation von Veranstaltungen gegründet, will auf dieser Schiene auch künftig weitermachen, wie deren Geschäftsführer Frederik Mayet erklärt: „Wir haben im Ort ein so großes Potenzial an Theaterspielern, denen es einfach Spaß macht, gemeinsam auf der großen Freilichtbühne etwas aufzuführen.“

Auch für 2012 sind die Weichen bereits gestellt: Christian Stückl wird da das große Historiendrama aus der Antike, „Antonius und Cleopatra“, das William Shakespeare 1607 schrieb, inszenieren. Wieder sind, wie bei „Joseph“, acht Vorstellungen geplant - Premiere ist am 13. Juli 2012. Bereits in zwei Wochen (ab 15. Oktober) beginnt dafür bei „Atlas-Reisen“ in Oberammergau (Telefon 08822/945 88 88) der Kartenvorverkauf. Erzählt wird die große Liebestragödie von Antonius, der als fähigster Feldherr Roms gilt, und der ägyptischen Königin Cleopatra.

Als „hoch respektabel“ bewertete jetzt im Gemeinderat Ludwig Utschneider von der Fraktion der Freien Wähler, die mitunter Stückl durchaus kritisch gegenübersteht, die Bemühungen des Passionsspielleiters, dass dieser nach der Passion wieder soviele Mitwirkende für „Joseph“ motivieren konnte. Auch Bürgermeister Arno Nunn glaubt, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, mit Eigenproduktionen und anderen Veranstaltungen wie 2011 mit dem HMBC-Konzert, Max Raabe und dem Brandner Kaspar. „Man muss sich vorstellen, wie groß vielleicht die Kritik wäre, wenn all dies nicht geboten würde“, so Nunn.

Ludwig Utschneider hegte gar den Wunsch, das Paket noch „auszuweiten“. Dies indes hält Christian Stückl für schwierig: „Wir müssen mit unserem eigenen Theater Mitte August fertig sein, denn die Leute, die ja ohne Gage mitwirken, wollen auch noch irgendwann in Urlaub fahren.“

Was rund um „Cleopatra“ nächstes Jahr noch im Passionstheater geboten sein wird, darüber liefen gegenwärtig die Verhandlungen, so Frederik Mayet: „Wir hoffen, dass wir bis Ende November das gesamte Programm bekanntgeben können.“ Man wolle wieder etwas für das jüngere Publikum bieten, und eventuell auch etwas im klassischen Bereich. „Uns ist es ein echtes Anliegen, dass wir nur Sachen ins Passionstheater reinbringen, wo wir auch persönlich dahinter stehen können“, versichert der Geschäftsführer. Spannend sei auch, ob es im zweiten und dritten Jahr auch wieder so gut laufe wie heuer, wo die GmbH ja mit einem Plus von 60 000 Euro abschließen konnte.

Ludwig Hutter

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