Adventsmarkt der Sinne in Wallgau
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Weihnachtsstimmung trotz Schneemangel

Christkindlmarkt in Wallgau: Den Advent mit allen Sinnen genießen

Wallgau - Der „Adventsmarkt der Sinne“ in Wallgau zieht auch in diesem Jahr wieder Hunderte von Besuchern an. Ein außergewöhnliches Programm und viel Liebe zum Detail sorgen für die richtige Weihnachtsstimmung – trotz Schneemangels und milderen Temperaturen

Was macht einen Adventsmarkt eigentlich so besonders? Der Verein „Wallgau Aktiv“ weiß es genau. Am Wochenende bewies er mit dem Wallgauer „Adventsmarkt der Sinne“ zum zweiten Mal, dass so eine Veranstaltung weit mehr sein kann als nur eine „Glühwein-Rallye“. Nur selten findet man weihnachtliche Märkte, die ihrem Namen so gerecht werden wie der in Wallgau.

Schon von der Straße aus waren überall kleine Kerzen zu sehen, welche die Gäste über kleine Wege hinauf zur Sonnleiten führten. Eingebettet in die verwinkelten alten Häuserzeilen, erstreckte sich der Adventsmarkt die Sonnleiten entlang. Überall leuchteten Kerzen, die bei der feierlichen Eröffnung am Samstag von Bürgermeister Hansjörg Zahler gemeinsam mit dem Pfarrer und vielen Engeln entzündet wurden. Bei wem die lauen Temperaturen der vergangenen Tage noch keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen ließen, der hatte sie spätestens jetzt im Herzen.

Mit großen Augen saßen Kinder am Wegesrand und sammelten faustgroße Steine. Hannes Keilmann stand daneben und musste herzhaft lachen. Vor seinem Werkzeug, mit dem er Geoden (Gestein mit Hohlraum) aus Mexiko „knackt“, hatte sich eine lange Schlange gebildet. Immer, wenn den Kindern etwas langweilig war, nahmen sie die Steine und bauten damit Steinmandl. Gemeinsam mit den Kleinen knackte Keilmann dann Steine auf und zum Vorschein kamen kunterbunte Kristalle, deren Licht im Kerzenschein tanzte.

Gleich daneben klang aus einem kleinen Häuschen ein andächtiger Gesang. Am Tisch saßen Mitglieder eines christlichen Chors aus München, den Bernhard Koller dirigierte: „Wir sind alle ganz begeistert von diesem schönen Markt.“

Noch bis spät am Abend saßen und sangen die Weitgereisten voller Lust und Laune. Stärken konnten sich die Besucher anschließend an dem Holzofenbrot der Familie Schwarzenberger. Die als „Bäck“ – abgeleitet von Bäcker – bekannten Wallgauer machten laufend frische Fleckerl mit Sauerrahm und Speck. Die Betreiber der Auhütte boten Wildleberkässemmeln an, die Golfalm Wildbratwurst. Schnitzereien, Filzartikel sowie alles rund um die winterliche Bekleidung wurden feilgeboten. Von Apfelkiachal der Wallgauer Bäuerinnen über Rohrnudeln der Familie Holler bis hin zu Kas-Kiachal vom Skiclub Wallgau könnte die Liste der Teilnehmer noch ewig weiter aufgezählt werden. Insgesamt waren es fast 60 Stände und Stationen.

Abgerundet wurde der Markt durch eine Engelswerkstatt für Kinder und einer „Christkindlpost“, wo die Wünsche ans Christkind geschrieben und gleich abgegeben werden konnten, sowie durch die Aufführung „Die bissal andere Herbergsuche“. Maria und Josef sind dabei auf der Suche nach den drei wirklich wichtigen Dingen im Leben.

Den passenden Abschluss fand die vorweihnachtliche Veranstaltung durch ein Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Jakob. Der Andrang war teilweise so enorm, dass es zur ein oder anderen Engstelle kam, an der die Besucher sich beinahe schon durchquetschen mussten. Doch es hat sich mehr als gelohnt, denn an jeder Ecke und vor jedem Haus war etwas Neues zu entdecken.

Das Konzept vom „Adventsmarkt der Sinne“ ist auch in diesem Jahr wieder erfolgreich aufgegangen. Die fünf Sinne wurden alle bedient: Hören, aufgrund der besinnlichen Klänge – riechen wegen des Dufts von Glühwein und Gewürzen in der Luft. Allerlei Köstlichkeiten konnte man schmecken und probieren. Die zahllosen Lichter sehen und dann natürlich fühlen, wie es einem dabei so richtig warm ums Herz wird.

Josef Hornsteiner

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