+
Gute Haltungsnoten: Bei dem Wettbewerb bleibt keiner trocken.

Christoph Grunwald gewinnt Fischerstechen in Seehausen

Spannender Kampf auf wackligen Planken

Seehausen - "Der König ist tot, es lebe der König“ schallte es an Mariä Himmelfahrt über den Staffelsee, als Christoph Grunwald das Fischerstechen für sich entschieden hatte.

Mehr als 3000 Besucher hatten sich am Montag zu der Traditionsveranstaltung an der Seehauser Bootslände versammelt, von wo aus man die spannenden Kämpfe zwischen den 29 verkleideten Burschen beobachten konnte. Diese mussten einmal mehr ihr Balancegefühl auf wackligen Holzplanken unter Beweis stellen. Es galt, den Gegner mit Hilfe einer bunt bemalten Lanze ins Wasser zu befördern, wie Grunwald es im Finale gegen Dominikus Guglhör demonstrierte. 

Der 23-jährige Gewinner hatte bereits im vergangenen Jahr teilgenommen und damals den zweiten Platz ergattert. Damit zählte er heuer zu den Favoriten – neben dem alten Fischerkönig Johannes Weingand. Dieser wurde bereits im Viertelfinale von Simon Finsterwalder ins Wasser gestoßen. 

Schlussendlich überreichte der ehemalige König seinem Nachfolger Grunwald die Binsenkrone und zog ihn mit einem Handschlag gleich mit ins Wasser. Das trübte die Freude über den Sieg nicht: „Ich habe mein Bestes gegeben und bin durch meine Standfestigkeit ins Finale gekommen“, sagte der triefnasse Grunwald. 

Den zweiten Platz ergatterte Dominikus Guglhör, gefolgt von seinem Cousin Martin Guglhör. Letzterer gewann gegen Simon Finsterwalder, der heuer zum ersten Mal dabei war und dafür eine starke Leistung abgab. 

Fischerstechen in Seehausen - Bilder

Kommentiert wurde das Spektakel von Moderator Anton Daisenberger, der kräftig mitfieberte und bei längeren Runden schon einmal dazwischen rief: „Jetzt schieß ihn ab!“ Mit den äußeren Bedingungen zeigte er sich vollauf zufrieden: „Das Wetter hat optimal mitgespielt und es gab nicht zu viel Wind. Besser hätte es nicht sein können.“ Daisenberger zufolge waren so viele Schaulustige wie noch nie erschienen: „Das war absoluter Wahnsinn.“

Zu Land und auf dem Wasser drängten sich die Menschen und genossen den spannenden Wettstreit bei herrlichem Sommerwetter. Dazu gab es Unterhaltung von den Oberhauser Musikanten. Stephanie Hartl aus dem Publikum war begeistert: „Das ist jedes Jahr wieder ein Spaß für Jung und Alt.“ Den Ausklang des Abends bildete das Seefest. 

Bereits 1864 hatte anlässlich einer Hochzeit ein Fischerstechen stattgefunden. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts soll es dann nochmals eines gegeben haben. 1949 wurde dann der Versuch unternommen, die Veranstaltung einzuführen. Dies gelang dann erst 1985. Seither wird die feuchte Angelegenheit jährlich organisiert.

Constanze Wilz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Magdalena Neuner wird in Hall of Fame aufgenommen
Ihre Sport-Karriere hat sie längst beendet. Jetzt bekommt Ex-Biathletin Magdalena Neuner eine weitere Anerkennung für ihre Erfolge. Sie kommt in die Ruhmeshalle der …
Magdalena Neuner wird in Hall of Fame aufgenommen
GAP_SOLL: Schaumparty als krönender Abschluss
Es war ein voller Erfolg: Das GAP_SOLL-Festival hat hunderte Kinder und Jugendliche nach Garmisch-Partenkirchen gelockt. Kein Wunder, dass sich alle Beteiligten und …
GAP_SOLL: Schaumparty als krönender Abschluss
Murmeltier als blinder Passagier
Da staunte eine Uffinger Landwirtin nicht schlecht: Auf ihrem Hof fand sie ein Murmeltier – eine Spezies, die eigentlich im Gebirge zuhause ist. Vermutlich ist es als …
Murmeltier als blinder Passagier
Tourismuszahlen Alpenwelt Karwendel: Wenn der Winter Streiche spielt
Ferien ohne Schnee – ein Graus für Touristiker. Der Winter war in der vergangenen Saison nicht auf Seiten der Alpenwelt Karwendel. Dennoch gab’s positive Zahlen zu …
Tourismuszahlen Alpenwelt Karwendel: Wenn der Winter Streiche spielt

Kommentare