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Wie Alkohol die Sinne trübt, erfährt der elfjährige Stylianos Vlachos, als er mit Suchtbrille versucht, ein Glas Wasser einzuschenken.

Der Blick getrübt, die Hand zittrig

Condrobs-Aktionstag: Das lernten Siebtklässler über Alkohol

Garmisch-Partenkirchen - Über die Gefahren, die Alkoholkonsum mit sich bringt, wissen Schüler der Bürgermeister-Schütte-Schule jetzt Bescheid. In Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle Condrobs und der kommunalen Jugendarbeit haben Siebtklässler einen Aktionstag veranstaltet.

Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, sich ein Glas Wasser einzuschenken, ohne etwas zu verschütten. Zumindest, wenn der Blick durch zuviel Alkohol im Blut getrübt ist und die Hand zittert. Auch geraden Fußes eine Linie zu gehen oder einen Parcours mit einem Bobbycar ohne Schlangenlinien entlangzufahren ist dann schwierig. Von solchen und ähnlichen Erfahrungen können Schüler der Bürgermeister-Schütte-Schule in Garmisch-Partenkirchen berichten. In Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle Condrobs und der kommunalen Jugendarbeit haben die Siebtklässler einen Aktionstag veranstaltet und sich mit dem Thema Alkohol und seine Folgen auseinandergesetzt. Unter anderem durften sie sich dabei eine Rauschbrille aufsetzen und mit dieser versuchen, verschiedene Aufgaben – wie Parcours fahren – zu meistern.

Schon im Treppenhaus der Schule hängen große Info-Plakate, die über die Nachteile von Schnaps, Wein und Co. hinweisen. „Cocktail – der Wolf im Schafspelz“ heißt es unter anderem darauf. Buben und Mädchen der 7g haben in einem Klassenzimmer eine Bar aufgebaut. Dort bieten sie alkoholfreie Mixgetränke an und klären über die Gefahr der alkoholhaltigen Varianten auf. „Bei Cocktails schmeckt man den Alkohol wegen der Sirups nicht so heraus“, sagt die 14-jährige Dilara Demir. „Darum wird man schneller betrunken.“ Das mit dem Geschmack stimmt schon mal. Die Mischgetränke an der Bar schmecken tatsächlich süß und fruchtig. „Um einen richtigen Vergleich machen zu können, müssten wir eigentlich auch Getränke mit Alkohol testen“, sagt Lehrer Germann Lurz und fügt lächelnd hinzu:„Aber das geht mit Jugendlichen natürlich nicht.“

Seit Anfang des Schuljahres haben sich Buben und Mädchen seiner Klasse Gedanken über Alkohol und seine Gefahren gemacht. „Es sind tolle Ideen dabei entstanden“, lobt Lurz. Neben den Tests mit der Rauschbrille und der Cocktailbar haben die Buben und Mädchen sich unter anderem ein Quiz zum Thema Jugendschutz überlegt. Beim Teenager-Talk konnten Mitschüler Fragen an Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle stellen. Sozialpädagogin Christina Albrecht-Pokorny erklärte den Kindern, in welchem Alter man überhaupt Alkohol trinken darf und was Alkohol im Gehirn alles anstellt. Die Sozialpädagogin weiß, wie wichtig das Thema Prävention bei Kindern und Jugendlichen ist. „Man kann damit gar nicht früh genug anfangen“, sagt sie nachdrücklich. Regelmäßig leiten sie und ihre Kollegen von Condrobs Projekte mit Jugendlichen. Damit wollen sie Alkohol nicht generell verteufeln. „Jugendliche sollten jedoch wissen, dass er gefährlich sein kann. Sie müssen lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen.“

Diese Aussage kann Romy Jakubowicz von der kommunalen Jugendarbeit im Landkreis nur bestätigen. Auch sie findet, dass Aufklärung über Drogen und Alkohol bereits in einem frühen Alter beginnen sollte. Etwas überrascht war sie, dass viele der Siebtklässler relativ wenig über Alkohol und seine Wirkungen wussten. „Aber das ist eigentlich ein sehr positives Zeichen“, sagt die Sozialpädagogin. Auch die Jugendlichen selbst finden Informationen über den Alkohol wichtig. „Wenn man die Gefahren kennt, überlegt man es sich zweimal, ob man etwas trinken möchte“, sagte Josephine Schöler (13). „Es könnten Unfälle vermieden werden“, glaubt der 13-jährige Hannes Klotz. „Da rentiert es sich schon, genau Bescheid zu wissen.“

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