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Corona-Brandbrief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner: Ausflügler sollen zu Hause bleiben

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Von: Peter Reinbold

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Aus ihrem Stimmkreis Miesbach und weiteren Regionen erreichen Landtagspräsidentin Ilse Aigner Meldungen von zahlreichen Ausflüglern. Ihr Appell in einem Facebook-Video: Bitte bleiben Sie daheim. © Screenshot Facebook

Je mehr Besucher, desto höher ist die Corona-Ansteckungsgefahr. Deshalb wollen die Landkreis-Bürgermeister die Zahl der Ausflügler reduzieren. Sie schrieben einen Brandbrief und schlossen sich damit den Kollegen im Tegernseer Tal an.

Landkreis – Der Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ist den Landkreis-Bürgermeistern wichtig, obwohl sie wissen, dass sie beim Krisenstab der bayerischen Staatsregierung und bei Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit ihrem Ansinnen nicht durchdringen werden. Genauso wenig wie die Kollegen aus dem Tegernseer Tal mit ihrem Brandbrief. Die hatten gebeten, Sport und Spaziergänge im Rahmen der Ausgangsbeschränkung nur noch im Heimatlandkreis zu erlauben. Dieser Forderung schlossen sich die Landkreis-Rathauschefs gestern ausnahmslos an. Sie können sich alternativ einen Radius um den Wohnort vorstellen, „der den zulässigen Bewegungsraum definiert“.

Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger initiiert Brandbrief an Aigner

Initiiert hatte die Aktion Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) als Kreisverbandsvorsitzender. Er fragte die Kollegen an, ob man ähnlich verfahren solle wie die Gemeinde-Chefs im Tegernseer Tal. Die einhellige Meinung: „Das sollten wir auch tun“, sagt Schwarzenberger. Zwar hielten sich am vergangenen Wochenende die Ausflügler an die Vorgaben der Staatsregierung und blieben zu Hause. „Was uns geholfen hat, war das schlechte Wetter.“ Für den kommenden Samstag und Sonntag prognostizieren die Meteorologen aber warme Temperaturen und Sonnenschein. „Wir befürchten, dass dann doch wieder viele Naherholer sich auf den Weg zu uns machen, um an den Bergen und Seen in unserem Landkreis zu wandern oder spazieren zu gehen“, sagt Schwarzenberger. 

Lesen Sie auch: Coronavirus in Garmisch-Partenkirchen - Polizei greift gegen Ausflügler hart durch

Hoffnung der Bürgermeister in Corona-Zeiten: Jeder bleibt in seinem Umfeld

Durch die steigenden Zahlen sehen die Landkreis-Bürgermeister ein höheres Gefährdungspotenzial durch den Coronavirus für die einheimische Bevölkerung und die Rettungskräfte. „Je mehr Erholungssuchende unterwegs sind, desto höher die Einsatzzahlen“, betont Schwarzenberger. Ganz seiner Meinung ist Garmisch-Partenkirchens Gemeindeoberhaupt Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „In der momentanen Situation ist es meiner Ansicht nach richtig und sinnvoll, dass sich jeder Einzelne ausschließlich in seinem persönlichen Umfeld bewegt und auf unnötige Fahrten verzichtet.“ Ist das Sperren der Wanderparkplätze ein probates Mittel? Schwarzenberger hält dies für überflüssig und nicht durchsetzbar. Autofahrer würden sich dann einen anderen freien Platz suchen, „und das ist nicht sinnvoll“.  

Corona-Pandemie: Lesen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

In Bayern gelten Ausgangsbeschränkungen. Dennoch ist der Andrang - besonders bei gutem Wetter - von Ausflüglern auf den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen enorm. Einheimische trauen sich deshalb nicht mehr in den Supermarkt.

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