Nach einem heftigen Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss.
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Nach einem heftigen Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss.

Einwohner weiter verunsichert

Nach Partynacht von „Superspreaderin“: Weitere Corona-Testergebnisse im Garmisch-Partenkirchen

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Der Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen scheint sich in Grenzen zu halten. Es ist kein positiver Fall hinzugekommen. Eine gewisse Unsicherheit bleibt dennoch.

  • Weitere Corona-Testergebnisse im Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegen nun vor.
  • Es gab - trotz „Superspreaderin“ - keinen weiteren positiven Befund.
  • Dennoch sind die Einwohner verunsichert.

Garmisch-Partenkirchen – Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen hat aufregende Tage hinter sich: Der Superspreader-Vorfall rief ein internationales Medienecho hervor – und beschäftigt sowohl die große Politik als auch die Staatsanwaltschaft. Sogar Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schaltete sich ein: Der bayerische Landesvater will dem Vernehmen nach prüfen lassen, ob im Nachtleben des Tourismus-Ortes die Corona-Regeln ignoriert wurden.

Corona-Tests in Garmisch-Partenkirchen: Massentests am Alpspitz-Wellenbad

Die Konsequenz des Covid 19-Ausbruchs waren Massentests. Hierzu stand und steht die vom Bayerischen Roten Kreuz betriebene Station am Alpspitz-Wellenbad zur Verfügung. Die ersten am Dienstag bekanntgegebenen Ergebnisse sorgten bereits für Erleichterung: Denn nur drei der insgesamt 740 Coronaproben vom Wochenende waren positiv (wir berichteten) – eine Quote deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Jetzt folgte die Untersuchung der Testreihe vom Montag – und der erfreuliche Trend bestätigte sich: Denn keiner der rund 300 Abstriche ist positiv, wie das Landratsamt gestern mitteilte. Stephan Scharf von der Pressestelle spricht von einer „Entspannung“. Die vier neuen Corona-Fälle stünden nicht im Zusammenhang mit dem möglichen Infektionsgeschehen im Nachtleben Garmisch-Partenkirchens.

Zur Erinnerung: Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die im Kreisort in einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien arbeitet, soll trotz Corona-Symptomen und Quarantäne-Anordnung auf Kneipentour gegangen sein und, so die Befürchtung, weitere Menschen angesteckt haben. In den Fokus rücken dabei vor allem die Cocktailbar Peaches (Marienplatz) und der Irish Pub (Rathausplatz). Das Landratsamt appelliert an die Bürger, die zwischen dem 2. und 8. September in den beiden Lokalen waren, sich testen zu lassen.

Trotz Infektionsrisiko durch Coronavirus: Fehlerhaft ausgefüllte Kontaktlisten

Die Ermittlungen des Gesundheitsamtes gestalten sich als schwierig, weil offenbar ein Großteil der Kontaktlisten falsch ausgefüllt wurde. Auch ist nicht sicher, ob die Personen, die sich jetzt untersuchen ließen, tatsächlich zum Risiko-Kreis gehören, den die Behörden besonders im Blick haben. Scharf ist dennoch optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass die Leute gekommen sind, die sich angesprochen gefühlt haben.“

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis aktuell bei 56 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner – und damit über dem Grenzwert von 50. Derzeit sind 56 Landkreis-Bewohner mit Corona infiziert. Zählt man die Externen hinzu, sind es 59.

Erleichterung herrscht indessen bei Gastronom Peter Messerschmitt und seinem Peaches-Team. Alle Mitarbeiter seien negativ, heißt es in einer E-Mail. „Es scheint, dass sich unser strenges Hygienekonzept bewährt hat.“ Lediglich ein „externer Dienstleister“ sei betroffen. Am morgigen Freitag sollen wieder die Peaches-Terrasse und die Pizzeria öffnen – zunächst wie alle anderen Gaststätten im Markt nur bis 22 Uhr.

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