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Der erste Schritt zur Behördenverlagerung: (v. l.) Jochen Holtmann von der Schlösserverwaltung, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, Minister Markus Söder und Hauseigentümer Ralph Müller.

CSU-Minister auf Landkreistour

Ein Füllhorn an Geschenken

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Landkreis - Pure Freude, die hat Minister Markus Söder bei seinem Besuch im Landkreis verbreitet: In Riegsee brachte er den Förderbescheid für den Breitbandausbau vorbei. In Garmisch-Partenkirchen unterschrieb er den Mietvertrag für die neue Außenstelle der Schlösserverwaltung.

Markus Söder strahlt. Übers ganze Gesicht. Es sind aber auch wirklich angenehme Aufgaben, die den Minister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat (CSU) gestern Nachmittag in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen geführt haben: In Aidling übergibt er den Förderbescheid für den Breitbandausbau an Bürgermeister Rudolf Kühn (ÖDP). 277 043 Euro fließen somit an die Gemeinde Riegsee, um den Bürgern endlich schnelles Internet zu bieten. Eine wahre Freude war Söder auch der anschließende Abstecher nach Garmisch-Partenkirchen, wo er den Mietvertrag für die neue Außenstelle der Bayerischen Schlösserverwaltung unterschreibt.

„Das ist der geniale Ort dafür“, meinte der Minister. Durch diese Behördenverlagerung „geben wir der Region etwas zurück, was wir mit den Königshäusern verdienen“. Zu den Schlössern, mit denen der Freistaat am meisten einnimmt, gehören schließlich Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee. Die Prachtbauten, die Ludwig II. errichten ließ, und die auch Söder begeistern. Für die und für das Schachenschloss im Wettersteingebirge sind die zehn Mitarbeiter zuständig, die künftig im ersten Stock der Hauptpost, wo früher die Kantine zu finden war, an der Bahnhofstraße arbeiten werden. Drei bis vier machen in diesem Jahr den Anfang. Die Büroräume auf 250 Quadratmeter, für die der Freistaat 3250 Euro Warmmiete zahlt, sind bezugsfertig, die erforderlichen Datenleitungen beauftragt und auch die Möbel bestellt. „Wir haben hier einen sehr guten Standort gefunden“, betonte Söder. Neben der zentralen Lage überzeugte ihn vor allem das historische Flair des Gebäudes.

Im Rahmen der Behördenverlagerung gewinnt der Landkreis langfristig 20 weitere Arbeitsplätze dazu: Zehn in Mittenwald, wohin ein Teil des Eichamts verlagert wird. „Wann das so weit ist, steht aber noch nicht fest“, erklärte Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber (CSU). „Die Suche nach einem geeigneten Objekt läuft.“ Das gilt auch für den Standort des künftigen Zentraldepots der Schlösserverwaltung, das mit zehn Mitarbeitern ebenfalls in Garmisch-Partenkirchen angesiedelt wird. „Daran arbeiten wir auf Hochtouren“, unterstrich Söder. Noch werde jedoch der exakte Raumbedarf geprüft – der Minister geht von etwa 2500 Quadratmetern aus – und nach geeigneten Flächen gesucht. Nachdem die wertvollen Originalbestände aus der Zeit Ludwigs II. aus klimatischen Gründen sicher untergebracht werden müssen, schließt er für dieses Vorhaben einen Neubau nicht aus.

Die Mitarbeiter, die aus der Münchner Zentrale im Schloss Nymphenburg nach Garmisch-Partenkirchen kommen, werden nicht zwangsversetzt. „Die ersten haben sich aber schon beworben“, berichtete Söder. Kein Wunder, fand Bachhuber und schaute aus einem der Bürofenster. „In diesem Umfeld muss die Arbeit ja unglaublichen Spaß machen.“

Große Freude hatte Söder bereits in Aidling verbreitet. Der Bescheid für den Breitbandausbau war von Kühn schließlich regelrecht herbeigesehnt worden: Gerade die kleinen Gemeinden seien „auf Gedeih und Verderben“ angewiesen auf das schnelle Internet. „Auch unsere Mittelständler sollen Videokonferenzen machen können.“ Mit dem Förderprogramm will Söder außerdem der Tourismus unterstützen. „Ihre Gäste sollen von Hotspots aus Fotos verschicken können.“ Bayernweit engagieren sich bereits rund 94 Prozent aller Kommunen im Förderverfahren, allein Oberbayern ist mit 456 Gemeinden dabei. Das bundesweit einmalige Programm von 1,5 Milliarden Euro soll den ganzen Freistaat bis 2018 an das schnelle Netz bringen.

Eva Stöckerl

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