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Echt bayerisch: Thomas Kreuzer (M.) erhält von den CSU-Kollegen (v.l.) Martin Bachhuber, Dr. Michael Rapp, Harald Kühn und Rudolf Haller ein paar Flaschen Bier als Präsent.

Bundes- und Kommunalthemen wurden aufgegriffen

CSU: Kreuzer spricht Isartalern aus der Seele

Tourismus und Wirtschaft stärken – dieses Ziel verfolgen Thomas Kreuzer und seine Partei im Isartal. Der Landtags-Fraktionsvorsitzende rückte die CSU in die Rolle des Heilsbringers – und erntete viel Applaus.

Mittenwald – Es waren klare Worte, die der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag am Dienstagabend an sein Publikum im Mittenwalder Postkeller gerichtet hat. Für Thomas Kreuzer ist die Meinungsfreiheit nach wie vor ein hohes Gut. Denn „wer nicht sagt, was er will“, könne sich im politischen Meinungswettstreit „nicht durchsetzen“. Die Isartaler stimmte er somit auf den Bundestagswahlkampf ein. Auch die Parteifreunde, die Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber sowie Kreisvorsitzender Dr. Michael Rapp, verfolgten gespannt die Rede des Kempteners.

Den ersten Stein brachte Rapp bereits bei der Begrüßung ins Rollen. Dem Lehrer war es nicht nur ein berufliches Anliegen, für alle „Leidgeprüften“ der Causa G8-Gymnasium zu sprechen. Schon immer sah er sich als „einsamer Rufer für G9“, also der Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit. „Ich verstehe die Probleme der Finanzierung“, sagte er in Richtung Kreuzer. Allerdings wäre die Nachricht über die Rückkehr in seiner Schule „äußerst positiv“ aufgenommen worden. Die Schüler bräuchten einfach „mehr Zeit“. Kreuzer konnte dem nur zustimmen. „Bayern ist nach wie vor Spitzenreiter“, wenn es um die schulische Bildung geht. So wäre das Abitur-Niveau in Bremen und Berlin „mit dem mittleren Bildungsabschluss in Bayern vergleichbar“. „Erschreckend“ fand er hingegen die Entwicklung in Baden-Württemberg, das sich die Rolle mit Bayern bisher teilte. „Nach nur einer Amtsperiode unter rot-grüner Regierung“ ging’s abwärts – ins bundesweite untere Drittel.

Nicht um den heißen Brei herum redete Kreuzer auch zu der seit 2015 anhaltenden Migrantenwelle, die auch Mittenwald, Krün und Wallgau traf. Sehr verärgert hat ihn der Vorwurf anderer Bundesländer, Bayern habe hier „inhuman gehandelt“. Dazu nannte er zwei Zahlen: In nur einer Periode wurden ihm zufolge 1,5 Milliarden Euro für den Breitbandausbau ausgegeben, 9 Milliarden Euro hingegen für die Bereiche Asyl, Zuwanderung und vor allem Integration. Kreuzer machte dabei keine Umschweife: „Wer sich auf Dauer nicht integriert, muss wieder zurück.“ Der „Vertrag“ laute eben, für Hilfe erwarte man Engagement.

Mit tosendem Applaus ehrten die Isartaler die Rede des CSU-Politikers, der über die Alpenwelt Karwendel nur so schwärmte: „Bayern ist ein Paradies, aber der Alpenraum ist noch viel näher dran.“ Deshalb soll dieser künftig – zumindest wenn es nach den Christsozialen geht – noch weiter gestärkt und gefördert werden. Die CSU will den von Bevölkerungsschwund und Überalterung bedrohten Kommunen am Alpenrand eine wirtschaftliche Perspektive geben. Dabei möchte die Landtagsfraktion über die üblichen Vorschläge zur Weiterentwicklung des Tourismus hinausgehen und unter anderem den Mittelstand, das Handwerk, die Landwirtschaft sowie Verkehr, Forschung und Kultur mit einbeziehen. „Gewerbeansiedlung ist wichtig“, machte Kreuzer dabei noch einmal deutlich. Dass es vor allem das Isartal, stark beschränkt durch FFH- und Naturschutzgebiete, nicht einfach hat, weiß der Fraktionschef. Dennoch will er gemeinsam mit seinen Parteikollegen die Region zu einem „attraktiven Wirtschafts- Arbeits- und Lebensstandort“ ausbauen.


Josef Hornsteiner

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