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Als Ausbilder fungiert Oberfeldwebel Michael Knaus (l.) bei den Cyber-Days in der Werdenfels-Kaserne. 

Cyber-Einheit wird gebildet

Laptop statt Gewehr

Cyber Day in der Kaserne: In einem IT-Camp in Murnau versucht die Bundeswehr, Computer-Spezialisten zu rekrutieren. Ziel ist, Hackerangriffe abzuwehren und bei Netzattacken zurückschlagen.

Murnau – Ab 1. Juli wird die neue Bundeswehreinheit CIR (Cyber- und Informationsraum) gebildet. Sie soll Kompetenzen zentral bündeln, Hackerangriffe abwehren und bei Netzattacken zurückschlagen. Gearbeitet wird dort mit Laptop statt Gewehr. 13 500 Personen arbeiten deutschlandweit in der IT-Branche der Bundeswehr, 2000 Stellen in diesem Bereich sind derzeit unbesetzt. Dieser massive Nachwuchsmangel ist der Hintergrund für eine Initiative der Streitkräfte, im Rahmen eines Cyber Day in einem IT-Camp jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 22 Jahren über mehrere Tage hinweg Einblicke in die Arbeit der IT-Spezialisten in einer Bundeswehrkaserne zu geben – inklusive Übernachtung, versteht sich. Als einer von fünf Standorte in Deutschland beteiligt sich auch das Führungsunterstützungsbataillon 293 in der Murnauer Werdenfels-Kaserne an diesem neuen Format.

22 junge Männer und eine Frau hatten sich eingefunden, um im Laufe dieser Woche unter Anleitung von IT-Experten der Bundeswehr ein Netzwerk aufzubauen und dieses selbst zu betreiben. Hierzu zählt beispielsweise auch die selbstständige Reparatur eines Datenübertragungskabels. „Unsere Absicht ist, das Interesse der Teilnehmer und deren Begeisterung für IT und die dazugehörige Technik zu wecken“, erklärt Projektoffizier Oberstleutnant Igor Asel. „Wir wollen jungen Menschen einen fairen Einblick in unser Berufsbild zu geben. Dabei haben wir versucht, eine gesunde Mischung zu finden.“ So saßen diese nicht nur an den zur Verfügung gestellten Laptops oder wurden über Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten bei den Streitkräften informiert, sondern unternahmen auch einen Marsch zum Standortübungsplatz bei Waltersberg, lernten Behelfsunterkünfte aufzubauen, entfachten ein Lagerfeuer und übten „das Überleben im Felde“. Zum Abschluss des Kurses konnten die Teilnehmer ihre erlernten Fähigkeiten bei einer LAN-Party testen.

„Der Kurs ist spitze“, findet der 21-jährige Kilian Osenstätter aus Waakirchen. „Da bekommt man Einblicke, die man sonst nicht erhält. Ich wollte herausfinden, ob das etwas für mich ist.“ Obwohl er eigentlich Sicherheitsmanagement studieren will, kann er sich aber auch vorstellen, eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Als „extrem lehrreich“ wertet Jens Oudhoff (21) aus Wendlingen (Baden-Württemberg) das Angebot. Er hat sich bereits entschieden: „Ich bin ab Juli IT-Soldat im freiwilligen Wehrdienst.“ Berufsziel: ebenfalls eine Offizierslaufbahn.


Heino Herpen

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