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Hoher Spaßfaktor: (v. l.) Natalie Struve, Edith Scheiner, Iris Noerpel-Schneider und Susanne Quandt beim Karteln. Foto: fn

Damenrunde kartelt im Pantlbräu

Schafkopfen: Angriff auf Männerdomäne

Es ist eine Gruppe, die auffällt: In Murnau trifft sich regelmäßig eine Damenrunde zum Schafkopfen.

Murnau – Die meisten von ihnen können kein Bairisch. Und sie wissen auch, dass sie es als Zuagroaste niemals lernen werden. Weil sie aber alle gerne im Freistaat, speziell in Murnau, leben und etwas mehr über die hiesigen Gepflogenheiten lernen wollten, haben sich Natalie Struve und einige andere Frauen aus Murnau und Umgebung dazu entschieden, Schafkopfen zu lernen – eines der beliebtesten Kartenspiele Bayerns, das als Kulturgut und Teil der bayerischen Lebensart gilt.

    Nun trifft sich die Damenrunde einmal monatlich – mindestens – im Pantlbräu, um nach Herzenslust zu zocken. „Angefangen hat alles mit einem Kurs, den der Bayerische Bauernverband angeboten hat“, erinnert sich Struve. Dort sollten Frauen die Kunst des Schafkopfens erlernen. „Wir waren von Anfang an eine nette Runde obwohl sich die meisten untereinander nicht kannten“, sagt die 49-Jährige, die erst vor drei Jahren aus Norddeutschland an den Staffelsee gezogen ist. Und weil die Runde so nett war, wurden regelmäßige Schafkopfabende verabredet.

    Warum sie selbst diesen Kurs besucht hat? „Weil Schafkopfen bayerisches Brauchtum ist, das man als Auswärtige sonst nicht lernt. Und es ist eine Möglichkeit, hier heimischer zu werden.“ Die Damenrunde, die seit kurzem bei den Spiele-Abenden zusammenkommt, ist bunt gemischt. Da sitzt Alt neben Jung, die Anfängerin neben der schon geübteren Spielerin und die Norddeutsche zwischen der Ostdeutschen und der gebürtigen Murnauerin. Verstehen tun sich alle prächtig. Fehler machen ist ausdrücklich erlaubt. Und wer nicht weiter weiß, darf fragen – Frau ist ja unter sich. Und außerdem wollen die anwesenden Damen ja noch dazulernen. Dabei helfen wollen ihnen auch immer wieder männlich-einheimische Gäste an der Bar, wie Struve augenzwinkernd erzählt. „Von denen kommen dann auch schon mal flapsige Kommentare, aber nett gemeint.“

    So manch neuen einheimischen Bekannten haben die Damen so schon kennen gelernt, erzählen sie und loben auch noch ausdrücklich den Wirt. Der hat ihnen über ihrem Stammtisch nämlich eigens eine lichtstärkere Leuchte eingebaut, damit sie ihre Karten auch bei fortgeschrittenerer Stunde noch gut sehen können. Mittlerweile haben die meisten von ihnen einen regelrechten Narren am Schafkopfen gefressen. „Es hat einfach mehr Schmackes als andere Kartenspiele“, findet etwa Pauline Rath. „Es hat Pep, ist lebendig und man muss mehr mitdenken als bei Canasta oder Rommé.“

    Die Schafkopf-Treffen der Damen finden jeden ersten Montag im Monat ab 19 Uhr in der Murnauer Traditionsgaststätte Pantlbräu statt. Mitspielerinnen – egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene – sind willkommen. Männer sind nicht zugelassen. Informationen dazu gibt Natalie Struve unter Telefon 0 88 41/9 98 82 92 oder 01 78/1 80 07 45 sowie per Mail an kontakt@nataliestruve.de.

Franziska Seliger

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