Am Rande der Kandahar tauschen sich (v. l.) Klaus Breil, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Karl Martin Schröter über die Strategien der FDP für die Kommunalwahl 2014 aus. foto: brinkmann

„Das Problem liegt im Rathaus“

Garmisch-Partenkirchen - Karl Martin Schröter tritt für die FDP bei der Kommunalwahl 2014 als Bürgermeister-Kandidat an. Zu seinem Programm gehören Transparenz und Bürgernähe.

Was sich in Garmisch-Partenkirchen tut, beobachtet Karl Martin Schröter seit langem. Sein Fazit: „Hier läuft einiges falsch.“ Es gebe leider schwerwiegende kommunalpolitische Defizite, „die seit Jahren ungelöst sind“. Nur ein Machtwechsel im Rathaus - „da liegen die Problem“ - könne die verkrusteten Strukturen aufbrechen. Um das zu erreichen, tritt der 51-Jährige bei der Kommunalwahl 2014 als Bürgermeister-Kandidat der FDP an. Der Markt, in dem er und seine Familie seit 1994 leben, „ist meine Heimat geworden“, erklärt er beim Politischen Jahresauftakt der Liberalen. „Deshalb will ich, dass es den Bürgern gut geht.“

Dafür will sich der Kulturreferent der Deutschen Botschaft in Madrid nach Kräften einsetzen. Dass er, wie der amtierende Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) vor seiner Wahl beim Auswärtigen Amt arbeitet, empfindet der gebürtige Münsteraner nicht als Nachteil. „Sollte es Vorurteile gegen Diplomaten geben, werde ich die widerlegen“, gibt er sich kämpferisch. „Ich bin ein harter Arbeiter, ein Handwerker in der Verwaltung, kenne mich mit Haushaltsrecht aus und kann politisch denken.“ Fähigkeiten, die seiner Meinung nach in Garmisch-Partenkirchen dringend gebraucht werden. Die Strategie, den gemeindlichen Etat durch den Verkauf sämtlicher Liegenschaften auszugleichen, findet Schröter „ganz schlecht. Das ist weder nachhaltig noch sozial und geht nur zu Lasten der nächsten Generation.“

Daneben ist dem Familienvater die Schanze ein Dorn im Auge: Nicht nur die Kostenexplosion stößt ihm sauer auf, sondern auch der Fakt, dass das Bauwerk jährlich 100 000 Euro verschlingt, „ohne dass auch nur ein Euro in den Haushalt fließt“. Dazu kommt, dass das Preis gekrönte Bauwerk in einem Stadion steht, „das weitgehend baufällig ist“. Daher fordert Schröter dringend ein Konzept für dieses Areal. Umdenken sei aber auch in puncto Wank, der ihm zufolge für Schneeschuhgänger und Langläufer erschlossen werden solle, und im Bereich Ortsentwicklung, für die er dringend „eine Planung aus einem Guss“ anmahnt.

„Alle diese Themen zeigen, dass wir keine gute politische Kultur in der Marktgemeinde haben“, meint der Kandidat. „Für mich steckt im Begriff Gemeinde zuallererst das Wort Gemeinschaft. Natürlich muss der Bürgermeister entscheiden, aber zuallererst muss er moderieren, bürgernah sein und Meinungen in offener, fairer Diskussion zusammenführen. Das verstehe ich unter guter politischer Kultur, und das möchte ich für uns alle erreichen.“ Für diese Worten erntete er von den Vertretern des Kreisverbandes viel Zustimmung: „Freiheit, Eigenständigkeit und Selbstverantwortung stehen bei der FDP an erster Stelle“ erklärt Vorsitzender Germut Bielitz. Dafür trete auch Schröter ein, weshalb die hiesigen Liberalen froh sind, mit ihm erstmals einen eigenen Mann ins Rennen um das Garmisch-Partenkirchner Rathaus zu schicken. Bis zur Wahl im März 2014 bleibt dem 51-Jährigen nun ausreichend Zeit, den Bürgern sich und sein politisches Programm näherzubringen. (tab)

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