Guntram Gattner will den Antennen-Wildwuchs eindämmen. Foto: roy

Debatte über Ortsgestaltungssatzung: Mobilfunk in die Schranken weisen

Murnau - Die Mobilfunkdebatte hat auch Murnaus Politbetrieb erreicht: Das ÖDP/Bürgerforum will Antennen nur in Sonderzonen zulassen.

Die Errichtung von Mobilfunkstationen sorgt regelmäßig für hitzige Diskussionen. In Uffing wird zum Beispiel seit Jahren darüber debattiert. Nun ist das Thema auch in Murnaus Lokalpolitik angekommen. Das ÖDP/Bürgerforum schlägt vor, ein Mobilfunkkonzept zu erstellen. Anlass der Initiative ist die Aktualisierung der Ortsgestaltungssatzung. Der Bauausschuss befasste sich unlängst damit.

Die Ökodemokraten empfehlen, Übertragungsstationen innerhalb der Siedlungsbereiche zu verbieten. Stattdessen sollen im Flächennutzungsplan spezielle Standorte ausgewiesen werden, an denen Anlagen zulässig sind. „Damit wird für die Bürger Murnaus Klarheit geschaffen, dem Antennenwildwuchs Einhalt geboten und dem Gebot der Strahlungsminimierung Rechnung getragen“, betont Dritter Bürgermeister Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum). Er sei nicht weltfremd. Ihm sei klar, dass jeder ein Handy habe und damit telefonieren wolle.

In Uffing beschreitet man den von Gattner skizzierten Weg. Dort sind die Verantwortlichen derzeit damit befasst, Spezial-Flächen für Mobilfunk auszuweisen. Bis dato ist die Installierung derartiger Anlagen in Murnau folgendermaßen geregelt: Stationen dürfen nur dort aufgestellt werden, wo sie das Ortsbild nicht stören. Nicht erlaubt sind Anlagen, die auf oder an Gebäuden eine Höhe von 2,50 Metern übersteigen. „Die Strahlenbelastung durch Mobilfunkanlagen im Gemeindegebiet soll möglichst gleichmäßig gering gehalten werden“, betont Gattner.

Allerdings sei dieser Grundsatz angesichts der Zunahme von Mobilfunkübertragungsanlagen und aufgrund der zu erwartenden Aufstellung von Sendemasten für den BOS-/Tetra-Funk für Polizei und Feuerwehr gefährdet. Gattner verweist zudem auf das Ziel, dass Murnau Kompetenzzentrum im Bereich Gesundheit werden möchte. „Es gibt viele Orte, die das in die Hand nehmen“, berichtete Gattner im Bauausschuss. Die Gestaltung der Stationen und die Masthöhen sollten aus Sicht von ÖDP/Bürgerforum den Belangen des Orts- und Landschaftsbildes untergeordnet werden.

Marktbaumeister Klaus Tworek bemerkte, es sei durchaus denkbar, im Flächennutzungsplan Vorrangflächen auszuweisen. Es sei dabei aber nicht möglich, Festsetzungen zu formulieren. Dies sind weitergehende gestalterische Vorschriften. (roy)

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