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Alpenhof-Chef Christian Bär sieht nach dem "Muxit" Nachteile bei der Tourismus-Werbung.

Debatte über Zugspitz Region flammt erneut auf

Hoteliers beklagen den „Muxit“

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Murnau – Es ist über ein Jahr her, dass der Markt Murnau aus der damaligen Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG), die später in Zugspitz Region GmbH umbenannt wurde, austrat. Diesen Schritt bekommt jetzt offenbar die Hotellerie des Tourismus-Ortes im Blauen Land zu spüren.

Christian Bär, Direktor der Nobelherberge Alpenhof, ergriff in der Sitzung des Gemeinderats im Rahmen der Bürgerfragestunde das Wort – und schlug Alarm. „Wir werden systematisch ausgebremst. Für uns ist das eine blöde Situation“, klagte er. Es entstünden „echte Einbußen“. Dieses Problem sei bei einem Treffen der Murnauer Hotelbetreiber – im Ort gibt es fünf Häuser – besprochen worden. Auf Tagblatt-Nachfrage wird Bär konkreter. Seit Murnau nicht mehr Mitglied in dem Bündnis sei, werde die Marktgemeinde bei der touristischen Vermarktung der Zugspitz-Region weitgehend weggelassen. Dies fange bei der Internet-Seite an, die die GmbH betreibt, und höre bei Messe-Besuchen auf. Die Folgen seien gravierend. „Wir lassen eine starke Werbechance aus“, mahnt Bär. Allein online verliere man tausende User. Auch gingen potentielle Geschäfte flöten. Beispielsweise hätten die Veranstalter eines Ärztekongresses bei der Zugspitz Region GmbH angefragt. „Murnau hatte gar keine Chance, sich zu bewerben“, berichtet Bär. Für ihn steht daher fest: Murnau müsse der Organisation, die den Landkreis voranbringen soll, wieder beitreten.

Zum „Muxit“ – eine Wortschöpfung in Anspielung an das mögliche Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone („Grexit“) – war es gekommen, weil eine knappe Mehrheit des Gemeinderats mit der Bilanz der KEG nicht einverstanden war – und die Reißleine zog. Zu wenig Transparenz, kaum Erfolge, zu viel Bürokratie, lauteten die Kritikpunkte.

Bärs Parteifreunde von der CSU-Fraktion – der Hoteldirektor ist stellvertretender Ortsvorsitzender – dürften sich über dessen jüngste Schützenhilfe gefreut haben. Wie berichtet, drängen die Christsozialen sowie die Freien Wähler auf eine Rückkehr Murnaus in den Zusammenschluss zur Regionalentwicklung. Zuvor sollen dessen Geschäftsführer in den Gemeinderat eingeladen werden. Dieser Termin, dies beschloss das Gremium, soll noch heuer stattfinden.

Bärs Einschätzung ist keine Einzelmeinung. Auch Philip Schürlein, Leiter der Tourist-Info, bestätigt, dass es in bestimmten Bereichen der Vermarktung Nachteile gibt. „Wir spüren das schon.“

Wolfgang Köglmayr, Betreiber des Hotels Post und ehemaliger CSU-Fraktionssprecher, sieht es ähnlich. „Touristisch können wir es uns nicht leisten, dass Murnau außen vor ist“, sagt er. „Das geht auf Dauer nicht.“ Dies habe negative Auswirkungen auf den gesamten Ort. Köglmayr räumt ein, damals ebenfalls die KEG kritisch gesehen zu haben. Aber seiner Ansicht nach hat sich die Gesellschaft positiv entwickelt.

In der Zugspitz Region würde man den „verlorenen Sohn“ Murnau mit offenen Armen aufnehmen. Dies wäre „im beiderseitigen Interesse“, betont Geschäftsführer Günter Hopfensperger. Und weiter: „Wir würden gerne Murnau mit dabei haben. Es ist schwer, ohne Murnau für den Landkreis tätig zu sein. Wir halten die Türe offen.“ Da aber derzeit die Marktgemeinde keine Beiträge zahle, werde sie von der Werbung ausgeschlossen. Dies betreffe nicht nur den Bereich Tourismus, sondern auch andere Projekte wie etwa die Gesundheitsregion.

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