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Setzt sich für einen Hallenbad-Bau ein: Sportlehrer Stephan Schwertl (r.), Vorsitzender des Fördervereins.

Themenabend der Freien Wähler

Hallenbad: Auf Schnickschnack verzichten

Braucht Murnau ein Hallenbad? Und wenn ja: Was für eins überhaupt? Bei einem Themenabend der Freien Wähler waren sich die geladenen Experten einig: Bei Bau und Betrieb muss scharf kalkuliert werden.

Murnau – Natürlich ist so ein Hallenbad eine tolle Sache. Auf den ersten Blick. Aber es gibt auch Tücken. Was bei solch einer Einrichtung zu beachten ist, darüber sprachen bei dem Info-Abend der Freien Wähler Walter Huber von den Stadtwerken Bad Tölz, die das Tölzer Hallenbad betreiben, sowie Josef Vilgertshofer von den Stadtwerken Penzberg, die für das dortige Wellenbad verantwortlich sind. Bei ihren einleitenden Kurzvorträgen wurde den rund 50 Zuhörern in der Gaststätte Zum Murnauer schnell klar: Ein Hallenbad ist nichts für Idealisten. Nur für knallharte Rechner, denn: „Ein Schwimmbad kostendeckend zu betreiben, schafft fast keiner“, betonte Huber, stellte aber auch klar: „Schwimmen ist lebensnotwendig. Es ist die Pflicht einer Kommune, so etwas zu tun.“

    Er riet den Murnauer Schwimmbad-Befürwortern deshalb, bei Bau und Betrieb „knapp zu kalkulieren“. Bei ihnen habe früher beispielsweise schon mal die Putzfrau die Badeaufsicht übernommen, um Personal zu sparen. Auf unnötigen Schnickschnack sollte man verzichten. Also kein Babybecken. Kein Warmbadetag. Und besser auch keinen Sprungturm, ergänzte sein Penzberger Kollege Vilgertshofer. Der treibe nämlich schon die Baukosten immens in die Höhe.

    Wie bei den anschließenden Wortbeiträgen der Zuhörer schnell klar wurde, wollen die Anwesenden aber auch keine Extras. Nur ein 25-Meter-Becken – vor allem für die 2200 Schüler, wie der Vorsitzende des Fördervereins Hallenbad, Stephan Schwertl, betonte. Er ist als Sportlehrer am Gymnasium tätig und stellte klar, dass Schwimmen im Lehrplan verankert sei. „Schwimmen ist Pflicht. Genauso wie das Bruchrechnen in der Mathematik. Aber diese Pflicht können wir nicht erfüllen.“ Schwertl kritisierte, dass es mittlerweile in Murnau eine Machbarkeitsstudie gäbe, Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) aber nicht erlaube, dass diese von Nicht-Gemeinderatsmitgliedern eingesehen werde.

    Schwertl erklärte, dass Schulschwimmbäder vom Freistaat mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Darum also ein Bad schwerpunktmäßig für Schüler. Aber nicht nur. Auch für Senioren und Vereine wie die Wasserrettungsorganisation DLRG möchten die Befürworter die Sportstätte errichten, wie Professor Manfred Stöhrer betonte, der den gesundheitlichen Nutzen des Schwimmens darlegte. Die verbleibenden Zeiten könnten dann für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

    Ein Schwimmbad mit einem dauerhaft öffentlichen Betrieb wie etwa in Garmisch-Partenkirchen hält Ex-Gemeinderat Michael Wiesner angesichts der dann fehlenden Fördergelder für „völlig illusorisch“. Wie Sandra Weller vom Förderverein sagte, fließen diese Finanzspritzen aber schon bei einer Schulnutzung ab 50 Prozent.

    Aber könnte man nicht einfach die Kinder und Jugendlichen zum Schwimmen nach Ohlstadt fahren? Nein, denn dazu müsste man dort das Freibad überdachen, erklärte Josef Bierling vom Förderverein. Weil die Anlage aber in weiten Teilen von der Öffentlichkeit genutzt werde, sei bei einer solchen Investition nicht mit Zuschüssen zu rechnen. Und überhaupt: „Der Standort funktioniert nur in der Nähe der Schule“, meinte der CSU-Gemeinderat. Eine Option wäre für ihn, das Schwimmbad an der Mittelschule in Zusammenhang mit einem Neubau der dortigen Turnhalle zu errichten.

Franziska Seliger 

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