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Am Rande des Murnauer Mooses soll nun doch ein Info-Stützpunkt für Besucher errichtet werden. 

Umweltausschuss soll sich nochmal mit Optik beschäftigen

Murnauer Moos: Info-Stützpunkt in kleinerem Stil 

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Murnau - Die Pläne sind schon relativ konkret: Am Ödanger-Parkplatz nahe des Ramsachkircherls bei Murnau soll eine „Biologische Station Murnauer Moos“ gebaut werden. Jetzt kam das Thema im Kreisausschuss des Kreistags auf den Tisch. Nicht ohne Diskussion über die Art der Gestaltung sowie über den Standort.

Die Pläne sind schon relativ konkret: Am Ödanger-Parkplatz nahe des Ramsachkircherls in Murnau soll eine „Biologische Station Murnauer Moos“ gebaut werden. Jetzt kam das Thema im Kreisausschuss des Kreistags auf den Tisch. Nicht ohne Diskussion über die Art der Gestaltung sowie über den Standort. 

Diese Debatte ist nicht neu. Schon vor Jahren geisterte die Idee eines Informations-Zentrums für Besucher herum. Dahinter stand damals Joachim Giessler. Der Seehauser Architekt regte ein moderne Konstruktion auf Stelzen an – als Kontrast zur Wiese. Zum Beispiel oberhalb der Kleintierzüchteranlage oder am Ramsach-Parkplatz. Doch diese Entwürfe stießen beim Landratsamt auf wenig Gegenliebe. Jetzt hat sich der Wind gedreht. Der Standort am Rande des Naturschutzgebietes ist wieder im Rennen, weil das Konzept nun anders aussieht: alles in kleinerem Stil. „Es soll kein Info-Zentrum werden, sondern mehr ein Stütz- und Treffpunkt“, sagt Peter Strohwasser von der Unteren Naturschützbehörde auf Tagblatt-Nachfrage. Die Station ist für Menschen gedacht, die ohnehin im Moos unterwegs sind, oder als Startpunkt von Gruppen. Besucherscharen soll das Ganze jedenfalls nicht anzulocken. „Wir wollen keine neue Attraktion“, betont Strohwasser. 

Wie das Gebäude einmal aussehen könnte – geplant ist mit einem Baubeginn im Frühjahr 2017 –, damit hat sich das Büro Böhmer & Laubender beschäftigt, das sich bei einem Architekten-Wettbewerb behauptet hat. Die Kosten der Station, deren Träger der Landkreis ist, liegen bei 280 000 Euro. Doch all zu tief muss der voraussichtlich nicht in die Tasche greifen. Die Rosner & Seidl-Stiftung finanziert das Vorhaben mit 200 000 Euro, die Marktgemeinde Murnau stemmt die Investition in die öffentlichen Toilettenanlagen. 

Kritik aus den Reihen des Kreisausschusses blieb trotzdem nicht aus. Peter Imminger (CSU) ergriff das Wort. Oberaus Bürgermeister versetzte sich in die Lage von Landwirten, deren Stadl in dem „hochsensiblen Gebiet“ stehen. „Denen wir gesagt, sie müssen sie abreißen und wir bauen was hin“, echauffierte er sich. „Da wird mit zweierlei Maß gemessen.“ Diesen Vorwurf konnte Strohwasser, der bei der Sitzung zugegen war, nicht unkommentiert lassen. Erstens sei man im Erhaltungs-Programm an Wiesmahd-Stadln. Zweitens: „Wenn ein Landwirt einen Stadl braucht, dann ist das vom Naturschutz aus okay.“ Unterstützung bekam der Abteilungsleiter von Simon Untergruber, Jurist der Kreisbehörde. „Wir haben schon Baugenehmigungen erteilt.“ Schließlich sprach Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ein Machtwort. „An der Stelle passt’s“, betonte er. Es sei der richtige Standort für die Station. Ende der Diskussion. Von wegen. Die Rechnung wurde ohne Nikolaus Onnich (Freie Wähler der Landkreisgemeinden) gemacht. 

Der Landwirt und Gemeinderat aus Bad Kohlgrub polterte mächtig los, redete sich förmlich in Rage. Der Grund: Ihm gefällt die Optik des Gebäudes nicht. „Das muss doch zur Landschaft im Murnauer Moos passen“, kritisierte er die Entwürfe. Nun soll sich der Umweltausschuss des Landkreises noch einmal mit der Gestaltung befassen und entscheiden.

Das Konzept:

  • die fachliche Gebietsbetreuung zusammen mit dem Landratsamt 
  • das wissenschaftliche Monitoring, also das Beobachten der Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten sowie der Lebensräume
  •  die Umweltbildung, das heißt die Vermittlung von Naturschutzinformationen
     Das Gebäude nach derzeitigem Planungsstand: 
  • Größe: Länge etwa 20 Meter, Breite 7 Meter; eingeschossig
  •  kleine informative Ausstellung (rund 30 Quadratmeter) über die Arten, Lebensräume und den Naturschutz im Murnauer Moos
  • ein Gruppenraum für bis zu 30 Personen, in dem Exkursionen vor- und nachbereitet werden oder kleine Besprechungen und Veranstaltungen mit Bezug zum Naturschutz stattfinden können
  • ein kleines Büro -öffentliche Toilette

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