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Vor einem historischen Partenkirchner Kirchturmkreuz: Dekan Andreas Lackermeier (Mitte) flankiert von Kaplan Tobias Prinzhorn (r.) und Priesteramtskandidat Ferdinand Bergrab. 

Kaplan und Priesteramtskandidat stehen ihm zur Seite

Dekan Lackermeier erhält Verstärkung

Garmisch-Partenkirchen - Viele Monate war Dekan Andreas Lackermeier im Partenkirchner Pfarrhaus allein. Das hat sich geändert. Der Ein-Mann-Betrieb ist wieder ein Drei-Männer-Haus. 

Endlich wieder der dringend benötigte Zuwachs im Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau mit seinen rund 12 000 Katholiken: Nach dem Ausscheiden von Florian Welter im vergangenen Dezember und dem Abschied von Adrian Zessin, der nach seiner Priesterweihe im Sommer die erste Kaplanstelle in Reit in Winkl angetreten hat, „war ich hier im Partenkirchner Pfarrhaus ziemlich verwaist“, sagt Dekan Pfarrer Andreas Lackermeier. „Ich freue mich jetzt deshalb umso mehr über die zwei Neuzugänge im September.“ Zum einen nämlich ist mit dem im Sommer zum Priester geweihten Tobias Prinzhorn (37) die Kaplanstelle wieder besetzt, zum anderen mit Ferdinand Bergrab (26) ein neuer Priesteramtskandidat eingezogen, der in Maria Himmelfahrt seinen zweijährigen Pastoralkurs absolviert, ehe er 2018 zum Priester geweiht wird.

Was war die Motivation der beiden Neulinge, den geistlichen Beruf zu ergreifen? „Schon als Ministrant hat es mich beeindruckt“, sagt Kaplan Prinzhorn, „in meiner Heimatpfarrei Pemmering im Landkreis Erding die Eucharistie mitzuerleben. Ich habe mich in der Katholischen Landjugend, im Pfarrgemeinderat engagiert.“ Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine Lehre zum Industriemechaniker bei BMW. Den Zivildienst leistete er in einem Krankenhaus. Danach arbeitete er bei BMW acht Jahre lang in der Oberflächentechnologie. Doch zunehmend ergriff ihn das schon früher vorhandene Gefühl, zum Priesteramt berufen zu sein. Deshalb schlug er den Weg zum Spätberufenen ein. Und dies auf dem sogenannten „dritten Bildungsweg“. Wer über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, der kann im Priesterseminar St. Lambert im Bistum Trier auch ohne Abitur das achtsemestrige Studium der Theologie und Philosophie aufnehmen. Ebenso auch das vorbereitende „Propädeutikum“, in dem unter anderem die für einen Pfarrer unabdingbaren Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch gelehrt werden. „Und all das immerhin, nachdem ich schon 30 war.“

Es folgten der obligate zweijährige Pastoralkurs im Landkreis Dachau, heuer im Sommer die Priesterweihe und jetzt sein erster dreijähriger Einsatz als Kaplan in Partenkirchen. „Für meine Eltern war’s schon ein kleiner Schock“, sagt Prinzhorn, der zwei jüngere Geschwister, eine Schwester, einen Bruder hat, „als ich ihnen seinerzeit mit dem Ansinnen kam, Priester zu werden. Doch dann haben sie mich sehr gut unterstützt“. Seinen Primizspruch bezog er vom Evangelisten Markus: „Geht hinaus und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“

Viel direkter war der Weg des 1,93 Meter großen und 26-jährigen Priesteramtskandidaten Ferdinand Bergrab, der jetzt in Partenkirchen seinen Pastoralkurs absolviert: Geboren ist er in Tegernsee, aufgewachsen in Miesbach. Er war natürlich Ministrant, später Gruppenführer in der Pfarrjugend. Prägend für ihn war sein Heimatpfarrer, der übrigens auch im Werdenfelser Land gut bekannt ist: Der mittlerweile verstorbene Axel Meulemann war 25 Jahre lang höchst beliebter Geistlicher in Bad Kohlgrub. „Er hat mich angeregt, der Frage nachzugehen, ob ich nicht zum Priester berufen sei.“

Gedacht, getan: Nach dem Abitur 2010 trat Bergrab ins Münchner Priesterseminar ein, absolvierte in Passau ebenfalls das einjährige „Propädeutikum“, studierte sodann Theologie und Philosophie an der Uni in München und bei den Jesuiten. „Acht Monate durfte ich zwischendrin auch im Heiligen Land studieren“, sagt er nicht ohne Stolz, „als Teilnehmer eines Studienjahrs in Jerusalem in einer Gruppe von katholischen und evangelischen Studenten.“ Das Heilige Land habe ihn in vielerlei Hinsicht tief geprägt.

Nach dieser Phase steht für ihn jetzt mit dem Pastoralkurs in Partenkirchen der Sprung in die Praxis bevor. Bergrab freut sich ebenso wie Kaplan Prinzhorn schon auf die Arbeit im Werdenfelser Land mit Dekan Lackermeier: Denn der ist für beide aus ganz verschiedenen Gründen ein Begriff: Im Spätberufenenseminar, das Prinzhorn besuchte, war nämlich der einst ebenfalls spätberufene Lackermeier schon früher einmal als Subregens der stellvertretende Leiter. Bergrab ist er schon deshalb gut bekannt, „weil er ja vor Partenkirchen Pfarrer von Warngau nahe Miesbach war und sozusagen unser Menschenschlag ist“. Auf ihre neue Tätigkeit im Werdenfelser Land sind jedenfalls beide sehr gespannt. Unisono sagen sie: „Wir hoffen darauf, in unserem neuen Wirkungskreis viele Menschen kennenlernen zu dürfen.“


Wolfgang Kaiser

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