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Unterammergau

Ein Denkmal für den Märchenkönig

Unterammergau - Mit einer neuen Bronze-Platte wird schon bald an die vielen Besuche von Ludwig II. am Pürschling gedacht. Die Einweihung ist im Sommer geplant.  

Die Liebe von Ludwig II. zum Ammertal ließ der Märchenkönig mit Schloss Linderhof für die Ewigkeit in Stein meißeln. Aber auch der Pürschling war eines seine Lieblingsziele. Viele Male ist er an den Unterammergauer Hausberg zur Jagd gekommen. Daran soll künftig mit einem Denkmal gedacht werden. Derzeit wird es in Bronze gegossen. Stehen wird die Erinnerung an Bayerns schillernden Monarchen oberhalb vom Pürschling-Parkplatz bei der Kapelle, wie Bürgermeister Michael Gansler (FDU) im Gemeinderat erklärte. „Bis Mai soll es fertig sein.“ Wie und wann die Einweihung zelebriert wird, das steht, wie Gansler auf Anfrage sagte, aber noch nicht fest.

An dem Projekt sind nicht nur die Gemeinde und der Historische Arbeitskreis beteiligt, sondern auch mehrere Gönner. Zum einen Holzbildhauer Georg Messmer, der die Vorlage für die Bronze-Tafel unentgeldlich gestaltet hat. Die 1 mal 1,5 Meter große Platte zeigt jene Szene, die sich Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder am Pürschling abgespielt hat: Der Märchenkönig steigt auf ein kleines Wagerl um. Begrüßt wird er dabei freudig von den Dorfbewohnern. Im Hintergrund sind die Berge der Ammergauer Alpen zu sehen. In diese hatte sich schon Ludwigs Vater König Max II. Joseph verliebt. Er war es, der die Jagdanwesen der Familie – die Brunnenkopfhäuser – auf 1856 dem Pürschling errichten ließ. Dort weilte auch Ludwig II. gern, um trübe Gedanke verblassen zu lassen: „Fern der profanen Alltagswelt, der heillosen Politik, die mit ihren Polypenarmen mich umschlingen will und jede Poesie so gerne gänzlich ersticken möchte, […] auf der Höhe des Brunnenkopfs, nicht sehr entfernt von Ettal, dem Gralstempel ähnlichen Bau!“ – zitiert ihn die Sektion Bergland im Deutschen Alpenverein auf ihrer Internetseite. Sie hat die Betreuung der Brunnenkopfhäuser übernommen, die heute in Staatshand sind und unter Denkmalschutz stehen.

 An die einstigen Zeiten erinnert bald die Königstafel in Unterammergau. Ihr Modell aus Holz ist in aufwändiger Handarbeit entstanden. Wie lange er daran gearbeitet hat, vermag der 82-jährige Messmer nicht zu sagen. „Aber ich habe es gern getan.“ Inzwischen ist die Platte bei einer Bronzegießerei am Starnberger See angekommen. Dort entsteht das eigentliche Denkmal. „Und wir sind sehr glücklich, dass wir dafür Spender gefunden haben“, erklärt Gansler. Ein Unterammergauer Ehepaar, das den Märchenkönig verehrt, übernimmt die Kosten von mehreren tausend Euro. Damit bleibt es an der Gemeinde, eine Art Fundamt am Pürschlingweg zu schaffen. „Wir denken dabei an einen großen Stein“, erklärt der Bürgermeister. Daran soll die Platte befestigt werden. Auf die Einweihung, die wahrscheinlich im Frühsommer gefeiert wird, freut sich auch schon Messmer. Von ihm gibt es bereits eine Ludwig-II.-Tafel am Pürschlinggipfel, für die er 1986 das Modell geschnitzt hat. Als Verehrer des einzigartigen Monarchen würde er sich nicht bezeichnen. Aber es gibt schon einen Grund für seinen Arbeiten. Messmers Vorfahren waren ein Wetzstoamacher mit Schürfrecht in Buching in Allgäu. „Der König hat ihnen erlaubt, seine Straßen zu nutzen“, sagt der Bildhauer. „Und das ist mein kleiner Dank.“

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