Denkzettel für Mittenwalderin nach Promille-Fahrt

Mittenwald - Bewährungsstrafe und Führerschein-Entzug lautet das Urteil für eine Mittenwalderin. Sie verursachte volltrunken einen Verkehrsunfall.

Wenn jemand Vorstrafen hat, noch dazu einschlägige, dann führen diese bei einem Gerichtsverfahren stets zu einer Strafverschärfung. So erging es nun auch einer 44-jährigen Mittenwalderin, die mit 1,82 Promille im Blut ein Auto angefahren und schwer beschädigt hatte. Statt zu einer Geldstrafe verurteilte sie das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen zu sechs Monaten Gefängnis - allerdings zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Obendrein darf sie sich erst in zwei Jahren wieder um einen Führerschein bemühen.

Am 17. August 2010 soll die Mittenwalderin vormittags in Garmisch-Partenkirchen gefahren sein, sagte Staatsanwalt Anton Kiendl, und dabei infolge ihrer Trunkenheit prompt das geparkte Auto eines Grainauers gerammt haben. Die Reparatur kostete 7200 Euro. Der Schaden am Verursacher-Wagen schlug mit 3000 Euro zu Buche. Das Dumme nur: Der Pkw gehörte nicht der Angeklagten, sondern einem Pflegedienst-Unternehmen, bei dem sie seinerzeit gearbeitet hatte.

Sie wisse nicht mehr, warum sie in der Nacht vorher soviel getrunken habe, sagte die Mittenwalderin leise. Allerdings befinde sie sich aufgrund von Depressionen in ärztlicher Behandlung. Bei der Firma wurde sie unmittelbar nach der Karambolage entlassen. „Sie haben Glück, dass nicht auch noch jemand verletzt wurde“, meinte der Staatsanwalt. Schon ein Jahr vorher hatte die Frau wegen eines ähnlichen Alkoholdelikts eine Geldstrafe erhalten. Deshalb, so Kiendl, sei im aktuellen Fall keine Geld-, sondern nur mehr eine Freiheitsstrafe möglich.

Dem schloss sich Richter Paul Georg Pfluger im Urteil an: „Wenn jemand mit 1,82 Promille Alkohol im Blut auf einer schnurgeraden Straße Schlangenlinien fahrend ein geparktes Auto rammt und ein Jahr zuvor fast denselben Unfall verursacht hat, dann kommt nur noch eine Freiheitsstrafe in Betracht.“

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