Fleißig am Backen: Evi Angelbauer und Josef Angelbauer machen einen Zwetschgendatschi. Foto: Sehr

Ja, is denn heut scho Weihnachten?

Garmisch-Partenkirchen - Lebkuchen & Co. sind bereits seit ein paar Wochen schon wieder in den Regalen der Supermärkte zu finden. Die heimischen Bäckereien sind davon nicht gerade begeistert.

In den heimischen Bäckereien sind die Backöfen von Zwetschgendatschi belegt. Zu Kirchweih kommen Krapfen und Küacherl in die Theke. Beim Einkaufen in den Supermärkten allerdings entsteht der Eindruck, dass bald schon das Christkind vor der Tür steht. Denn was sich bei noch sommerlichen Temperaturen in den Regalen der Märkte stapelt sind Lebkuchen, Stollen, Spekulatius und weitere weihnachtliche Backwaren.

Das ist freilich nichts Neues. Den Backstuben jedoch ist die Fabrikware schon lange ein Dorn im Auge. „Die Leute sind bereits satt, ehe wir mit dem Backen von Stollen, Plätzchen und Früchtebrot überhaupt anfangen“, sagt Anna Braun von der Bäckerei Anton Braun. Nach dem Betriebsurlaub im November entstehen bei ihnen die weihnachtlichen Waren.

Kurz vor dem ersten Advent startet in der Bäckerei Hobmeier das Weihnachtsgeschäft. Dort ist man ebenfalls nicht gut auf das frühe Angebot der Supermärkte zu sprechen. „Das hat mit Weihnachten nicht mehr viel zu tun. Dann können Lebkuchen gleich das ganze Jahr verkauft werden“, beurteilt Andreas Hobmeier die Situation.

Früchtebrot, Stollen und Plätzchen wird den Kunden bei der Bäckerei Angelbauer nach Allerheiligen angeboten. „Mit den billigen Preisen der Discounter können wir natürlich nicht mithalten“, stellt Josef Angelbauer klar. „Allerdings bekommt der Kunde bei uns auch die Qualität vom Fachmann“, rechtfertigt er die höheren Kosten.

Die Konkurrenz der Filialisten macht sich natürlich auch in den Kassen bemerkbar. „Es gibt viel zu viele große Lebensmittel-Discounter in Garmisch-Partenkirchen“, beklagt sich Braun. Ihrer Ansicht nach machen die Unternehmen das einheimische Handwerk - dazu zählen die Bäckereien - kaputt.

Insgesamt ballen sich 13 Filialen von unterschiedlichen Handelsketten im Ort - eine weitere ist bereits geplant. „Das Angebot der Supermärkte lässt sich nicht vermeiden. Wir müssen uns der Konkurrenz stellen“, gibt sich Angelbauer dennoch selbstbewusst.

Während Lebkuchen und Stollen über die Warenhauskassen wandern, wird in den heimischen Backstuben noch saisonales Gebäck gefertigt. Dem Kunden bleibt die Wahl: Stollen oder Datschi?

Matthias Strehler

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