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Im Frühjahr 2012 soll die Deponie-Erweiterung in Schwaiganger starten. Zur Vorbereitung wird bereits Kies abgebaut.

Deponie Schwaiganger: Misstrauen der "Wutbürger" wächst

Schwaiganger - Auf dem Gelände der Deponie Schwaiganger haben erste Vorarbeiten für die umstrittene Erweiterung begonnen. Die Anwohner im Riegseer Ortsteil Hagen, der nur eineinhalb Kilometer von der Halde entfernt liegt, sind alarmiert.

Die „Wutbürger“ befürchten einen Mülltourismus, mehr Lärm und eine Gefahr für ihre Gesundheit. Die Riegseer Gemeinderätin Petra Rueß, die in Hagen lebt, spricht deshalb von einem wachsenden Misstrauen und Ängsten.

Dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, das für das voraussichtlich drei Millionen Euro teure Projekt verantwortlich ist, schenkt die Mandatsträgerin wenig Vertrauen. Die Kreisbehörde gebe ihrer Ansicht nach Auskünfte nur sehr dosiert heraus.

Zweifel hat auch Riegsees Bürgermeister Franz Höcker. „Die Frage ist: Ist die Deponie nur für den Landkreis gedacht oder wird eine neue Einnahmequelle erschlossen?“, fragt er provokativ. Die Informationspolitik des Landratsamtes sei „enttäuschend“.

Das Landratsamt kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Die betroffenen Kommunen und speziell die Anwohner von Hagen seien ausführlich informiert worden, sagt Pressesprecher Stephan Scharf. Von einem Mülltourismus könne nicht die Rede sein.

Wie berichtet, sollte die Mülldeponie eigentlich renaturiert werden. Doch es kam zum Kurswechsel: Die Kreisbehörde zog 2010 überraschend alte Pläne aus der Schublade und will die Einrichtung im südlichen Bereich ausbauen. Ein Volumen von 130.000 Kubikmetern soll entstehen. Derzeit wird Kies abgetragen und die Ausschreibung vorbereitet. Baubeginn soll im Frühjahr 2012 sein.

Andreas Seiler

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