Streitpunkt Bahnhof: Die Deutsche Bahn will die Anlage in Ohlstadt modernisieren – und stößt auf heftigen Widerstand. Foto: Kolb

Die Deutsche Bahn bleibt hart

Ohlstadt - Die Deutsche Bahn weicht nicht vom Kurs ab - und verteidigt ihre umstrittenen Umbaupläne für den Ohlstädter Bahnhof.

Dies geht aus einem Antwortschreiben der Pressestelle des Unternehmens auf Tagblatt-Anfrage hervor. Die zentrale Botschaft: Die Befürchtung vieler Ohlstädter, es entstehe ein Sicherheitsrisiko an der künftigen Gleisanlage, sei unbegründet. Dem Alternativkonzept, das der Fahrgastverband Pro Bahn erarbeitet hat, wird eine Abfuhr erteilt.

Zur Erinnerung: Der Konzern will die zweigleisige Anlage in dem Dorf modernisieren. Der springende Punkt: Dazu sollen die Bahnsteige und der Gleisübergang nach Süden verlagert werden. Dagegen formiert sich breiter Widerstand (wir berichteten). Eltern sammelten bereits über 900 Unterschriften für eine Petition an den Bayerischen Landtag. Sie haben Angst, dass viele Bahnkunden, vor allem Kinder, einen unerlaubten Abkürzer über die Schienen nehmen könnten, um schneller zum Bahnsteig 2 zu gelangen - und sich damit in Gefahr bringen. Für Schüler, Senioren und Gehbehinderte sei der Umweg eine Zumutung und bringe keinerlei Verbesserung, heißt es.

Kein Grund zur Sorge, meint hingegen die Deutsche Bahn. Im neuen Fahrplan, der ab Dezember 2013 gilt, hielten fast alle Regionalzüge an Gleis 1. Der Ein- und Ausstieg an Gleis 2, den die Kritiker im Auge haben, „ist nur bei seltenen Zugkreuzungen in Ohlstadt oder bei Abweichungen vom Fahrplan, zum Beispiel bei Bauarbeiten, notwendig“, teilt die Pressestelle mit. Zwischen den beiden Gleisen werde zudem ein Zaun aufgestellt. „Die ohnehin verbotene Abkürzung über die Gleise dürfte dadurch weitestgehend unterbunden werden.“

Mit dem Vorschlag des Fahrgastverbandes, der einen Mittelbahnsteig und einen Zugang auf der Höhe des Bahnhofsgebäudes vorsieht, kann sich die Deutsche Bahn nicht anfreunden. Dieser sei aus technischen Gründen unrealistisch. Dies hänge mit den Weichen zusammen.

Mit dem Umbau werden laut dem ehemaligen Staatsbetrieb zwei Ziele verfolgt: Zum einen sollen Züge, die in Ohlstadt nicht halten, schneller durchfahren können. Und zum anderen soll die Einrichtung barrierefrei werden. „Ohne einen Umbau wäre Ohlstadt der einzige Bahnhof zwischen Murnau und Garmisch ohne stufenfreien Zugang in die Züge“, argumentiert das Unternehmen.

Rathaus-Chef Anton Fischer (NLO) will den Verkehrsbetrieb an den Verhandlungstisch bringen. Ein Termin steht noch nicht fest. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens hat die Kommune Einspruch bei der Regierung von Oberbayern eingelegt. „Es muss eine andere Lösung geben“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf das anvisierte Bauvorhaben. Es müsse nicht unbedingt auf den besagten Mittelbahnsteig hinauslaufen. Ihm gehe es darum, dass in unmittelbarer Nähe des Bahnhofsgebäudes die Gleisüberquerung geschaffen wird - und nicht weit davon entfernt. Es gehe nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um die Attraktivität des Standortes. (as)

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