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Deutscher Skilehrerverband plädiert für 2G in den Skigebieten

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Von: Elena Royer

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 Peter Hennekes vom Skilehrerverband.
Peter Hennekes vom Skilehrerverband. © sehr

Peter Hennekes ist der Geschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands mit Sitz in Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Er hat kein Verständnis für die 2G-plus-Regel, die die Staatsregierung für Skigebiete beschlossen hat. Unserer Zeitung erklärt er, wieso.

Wie haben Sie reagiert, als Sie hörten, dass in den Skigebieten 2G plus statt 2G eingeführt wird?

Ich war sprachlos. Obwohl wir es gewohnt sind, immer schnell Lösungen zu finden, haben wir uns natürlich gefragt: Wie soll das funktionieren? Wir haben uns auch geärgert. Warum darf man in Restaurants über einen langen Zeitraum ohne Maske am Tisch sitzen, aber nicht acht bis zwölf Minuten mit einer Kabinenbahn fahren, in der durchgehend eine FFP2-Maske getragen wird und die Fenster geöffnet sind? Das kann ich nicht verstehen.

Die Ski- und Snowboardschulen sind durch den vergangenen Corona-Winter ohnehin schon finanziell gebeutelt. Können sie einen weiteren Winter mit Einschränkungen überstehen?

Die Hälfte der Skischulen wird das wirtschaftlich nicht überstehen. Die Kosten für den Unterhalt sind ja an 365 Tagen im Jahr da, aber im Winter hat man nur drei bis vier Monate Zeit, das benötigte Geld zu erwirtschaften. Zum anderen geht es um die emotionale Ebene. Der Ski- und Snowboardsport leidet. Das Risiko besteht, dass viele dem Wintersport den Rücken kehren. Das schlimmste wäre es für uns, wenn Eltern ihren Kindern diesen Sport nicht mehr ermöglichen können, weil sie sich wegen der Unsicherheiten zurückziehen.

Was würden Sie sich von der Politik wünschen?

Im Augenblick werden die Skigebiete mit Innenräumen in einen Topf geworfen. Ein Skihang lässt sich aber nicht mit einem Fitnessstudio vergleichen. Wir wünschen uns 2G. Innen- und Außenräume dürfen nicht gleichgestellt werden.

Was schlagen Sie vor, um auch Kindern und Jugendlichen, die noch nicht geimpft sind, Wintersport zu ermöglichen?

Besonders über Regelungen für Kindergarten- und Grundschulkinder sollte noch mal nachgedacht werden. Wir denken hier an Tests für diese Gruppe, vielleicht auch direkt bei den Skischulen. Sie haben den Eltern gegenüber schon früh kommuniziert, dass im Winter wohl die 2G-Regel kommen wird. Ältere Kinder hätten sich also schon impfen lassen können.

Wie wollen Sie den immensen organisatorischen Aufwand für die Kontrollen stemmen?

Ich bin mir sicher, dass durch das Prüfen der Nachweise schon eine halbe oder eine dreiviertel Stunde eines Kurses wegfallen wird. Außerdem stellt sich die Frage, wie wir vorgehen, wenn ein Teilnehmer eines der nötigen Zertifikate nicht dabei hat. Muss dieses Kind dann vom Kurs ausgeschlossen werden? Wenn es so weit kommt, werden ein Drittel der Ski- und Snowboardschulen sagen, dass das so keinen Sinn macht. Und das wäre ein fatales Signal.

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