Weitere Anlagen auf Hörnle und Pürschling

Digitalfunk: 40-Meter-Masten auf der Romanshöhe in Oberammergau?

Oberammergau - Schwerwiegende landschaftliche Beeinträchtigungen befürchtet der Gemeinderat von Oberammergau, wenn im sogenannten Wiesmahd ein riesiger Digitalfunkmasten errichtet werden sollte.

Der Hintergrund: Der Freistaat hat vor gut vier Jahren mit der Einführung des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) begonnen. Das bisherige Analog-Funknetz von Polizei, Rotem Kreuz, Feuerwehr, Bergwacht und anderen Rettungsdiensten ist technisch veraltet, störanfällig und nicht mehr leistungsfähig genug - daher die Umrüstung auf Digitalfunk. In Bayern sind insgesamt 946 Funkmasten geplant, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen deren 20.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Oberammergau erläuterte nun Gerhard Schusser (verantwortlich für die Einführung des BOS-Funks im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd) die Notwendigkeit des Digitalfunks für die Einsatzkräfte. Ohne den geplanten Sender an der Romanshöhe, so Schusser, wäre Oberammergau schlecht versorgt, und dies könne im Ernstfall durchaus erhebliche Komplikationen zur Folge haben. Es solle vermieden werden, zusätzliche Anlagen zu errichten, denn ein Standort koste auf zehn Jahre im Durchschnitt eine Million Euro.

Hier kam nun Werner Wagner von der Firma Telent, die im Auftrag des Freistaats mit der Standortsuche betraut ist, ins Spiel. Unmissverständlich legte Wagner dar, dass sein Unternehmen am Standort Romanshöhe festhalte. Dieser korrespondiere mit den Masten auf dem Hörnle sowie am Pürschling, wo ebenfalls derartige Anlagen geplant seien.

Ludwig Utschneider, Sprecher der Freien-Wähler-Fraktion, wollte wissen, warum der Laber keine Alternative sei. Dazu Wagner: „Der Laber ist wegen der steilen Hänge funktechnisch zu sehr abgeschottet.“ Aufgrund der ähnlichen topografischen Lage zu Ettal, wohin vom Laber aus gesendet werde, konnte Utschneider dieser Argumentation nicht folgen. Kategorisch gegen die Romanshöhe „als Platz für so einen Riesenmasten“ sprach sich Heino Buchwieser („Dorfpolitik neu überdacht“) aus, schließlich lebe man vom Tourismus. Georg Schauer („Mit Augenmaß“) wollte vor rund vier Wochen erfahren haben, dass der besagte Grundstücksbesitzer gar nicht bereit sei, seine Fläche herzugeben. Diese Aussage ließ Telent-Mitarbeiter Wagner unkommentiert.

Nun wartet man von Seiten der Gemeinde darauf, so Bürgermeister Arno Nunn, welche Alternativplanung das Unternehmen vorschlägt. Dazu bemerkte jedoch Utschneider, dass diese Standortvorschläge von „Telent“ im Ortsgebiet lägen und noch weniger geeignet seien. Hinsichtlich weiterer Entwicklungen in der Angelegenheit gilt es zu bedenken, dass die Gemeinde sich zwar gegen den Standort Romanshöhe aussprechen kann, jedoch kein Veto-Recht hat. Unter Berufung auf übergeordnete Belange kann sich die Regierung darüber hinwegsetzen.

Ludwig Hutter

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