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Digitalfunk besteht Härtetest

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Blaulicht-Alarm im Skistadion: Hier testen die Einsatzkräfte den Digitalfunk, um für den G7-Gipfel fit zu sein. Foto: Hornsteiner
Blaulicht-Alarm im Skistadion: Hier testen die Einsatzkräfte den Digitalfunk, um für den G7-Gipfel fit zu sein. Foto: Hornsteiner

Garmisch-Partenkirchen - 150 Einsatzfahrzeuge, 500 Einsatzkräfte und über 1000 digitale Funkgeräte - das sind die nackten Zahlen des großen Testlaufs in Garmisch-Partenkirchen. Pünktlich zum G7-Gipfel in Schloss Elmau läuft das System.

Zwei Polizisten sperren die Hauptstraße Richtung Mittenwald - kurzzeitig. Was folgt, ist eine minutenlange Aneinanderreihung von Blaulichtfahrzeugen, die vom Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen nach Süden fahren. Besorgte Gesichter und eine Vorahnung davon, was die Bürger während des G7-Gipfels im Juni erwartet, sind bei vielen spontanen Beobachtern dieses letzten Digitalfunk-Tests vor dem Großereignis die Folge.

„Ziel ist es, das neue Funknetz gezielt in extreme Hochlastsituationen zu versetzen“, erklärt Hans-Peter Kammerer vom G7-Planungsstab. „So können wir sein systemtypisches Reaktionsverhalten, insbesondere bei hohem Zellwechselbedarf, überprüfen.“ Dies erfolgte am Wochenende in verschiedenen Szenarien - wie der Kolonnenfahrt. Dabei wurden so viele digitale Endgeräte wie möglich gleichzeitig von den beteiligten Einsatzkräften benutzt.

„So können wir frühzeitig Erfahrungen mit dem digitalen Einsatzfunk im jeweiligen Netzabschnitt sammeln.“ So werden bei „festgestelltem Verbesserungsbedarf frühzeitig entsprechende Maßnahmen initiiert“. Geleitet wurde die Aktion von der Projektgruppe „DigiNet“ des Bayerischen Innenministeriums. Das gemeinsame Bund-Länder-Projekt zur Einführung des Digitalfunks für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) läuft seit Mitte 2007. „In München, Mittelfranken, Oberbayern-Nord, Unterfranken und Schwaben-Nord steht der digitale Einsatzfunk schon allen Blaulicht-Organisationen zur Verfügung und wird von den Polizeipräsidien im Einsatzalltag genutzt“, erklärt Kammerer. „Anlässlich des G7-Gipfels im Juni mit mehreren 1000 Einsatzkräften wurde das Funknetz im Oberland vorrangig aufgebaut, um optimale Arbeitsbedingungen vorzufinden.“

Dafür mussten zwei Bezirke allerdings etwas zurückstecken: „In Oberfranken verzögert sich der Probebetrieb deshalb um etwa vier Monate“, sagt Kammerer, „bei den niederbayerischen Nachbarn um etwa zwei Monate.“ Das restliche Oberbayern-Süd soll dann heuer im Oktober digitalisiert werden. Doch warum ist Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern am wenigsten weit fortgeschritten? Dass liegt Kammerer zufolge an den 900 Basis-Stationen, die benötigt werden. Das entspricht einem Fünftel der bundesweit geplanten Standorte. „Hinzu kommt, dass Bayern höchste Anforderungen an eine flächendeckende Funkversorgung stellt und sich zugleich mit anspruchsvollen topografischen Gegebenheiten in den Bergregionen der Alpen auseinandersetzen muss.“ Außerdem ist es „bundesweit einmalig, dass das Land Bayern neben den polizeilichen Organisationen von Anfang an auch die Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen mit in die Projektplanung und -umsetzung einbezogen hat“.

Sie alle sind jedenfalls für den G7-Gipfel bestens gerüstet. Das hat der Härtetest schon einmal bewiesen.

Josef Hornsteiner

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