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SPD-Infoabend

Ortsgestaltung auf dem Prüfstand

Garmisch-Partenkirchen - SPD diskutiert die Baukultur in Garmisch-Partenkirchen. Im nächsten Jahr soll die  Ortsgestaltungssatzung soll optimiert werden.

Wie sieht ein traditionell oberbayerisches Ortsbild aus? Nach Meinung von Alkmar Zenger, Kreisbaumeister und Zweiter Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der historischen Bau- und Landschaftsstruktur (VEHBL) nicht so wie in Garmisch-Partenkirchen. Im Rahmen einer SPD-Info-Versammlung im Gasthof Schatten hielt der Stadtplaner Zenger einem Vortrag über Möglichkeiten in der traditionellen Ortsgestaltung und Erhaltung. Dabei nahm er auch die Marktgemeinde genau auf den Prüfstand. Das Ergebnis fiel dabei nicht besonders positiv aus. Es gebe zu viele „Außreißer“ – also Häuser die sich im Baustil von denen ihrer Umgebung stark unterscheiden. Die stören das „typische Ortsbild“. Laut Zenger hätte dies mit „voraussichtiger Planung“ und „eingehender Beratung“ vermieden werden können. An der Bahnhofstraße oder nahe des Floriansbrunnens stehen solche Bauten, die „unangenehm herausstechen“, anstatt sich ins traditionelle Gesamtbild einzufügen. Die Garmischer Fußgängerzone und das GEP-Einkaufszentrum seien weitere Beispiele. Übertrieben vorstehende Dachvorsprünge, wuchtige Giebel, ungleichmäßige Dächer oder fragwürdige Anbauten prägen den Ort. Dem sollte nach Meinung des Architekten Einhalt geboten werden. „Auch im Alpenvorland muss der Dachvorsprung irgendwann ein Ende haben“, sagte Zenger mit scherzhaften Ton. Um die historischen Baustruktur des Ortes zu erhalten, ist Zengers Ansicht nach eine fundierte Gestaltungssatzung, wie sie beispielsweise in den Gemeinden Bad Bayersoien und Murnau besteht, notwendig. Diese kann von den Gemeinden im eigenen Wirkungskreis erlassen werden. Sie können mit der Ortsgestaltungssatzung bauliche Anlagen ablehnen, die mit dem Gesamtbild des Ortes nicht konform sind und optisch nicht in die Umgebung passen. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Begründung. Zenger betonte, dass die Satzung vor allem in den Bereichen wie der Ludwigstraße oder Badgasse besonders eng greifen müsse, damit „die historische Landschaftsstruktur und das Ortsbild so gut wie möglich erhalten bleiben“. Nicht nur der Kreisbaumeister, auch die Zuhörer machten ihren Unmut über die hiesige Baukultur deutlich. Unter anderem standen die Bahnhofstraße und der Getränkemarkt an der Mittenwalderstraße stark in der Kritik. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zeigte dafür Verständnis, betonte aber, dass die Gemeinde Anträge genehmigen müsse, die der Bauordnung und der aktuellen Ortsgestaltungssatzung entsprechen. „Auch wenn die Häuser nicht schön sind.“ Um das typische Ortsbild künftig besser zu erhalten, sei jedoch eine Optimierung der Satzung bis zum nächsten Jahr geplant. Auch ein Beratungsangebot – in Form einer Fibel – soll es dann geben, das den Bauherren Empfehlungen für Neubauten vorgibt.

Magdalena Kratzer

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