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Optisch verändert: die Abzweigung in Richtung Graswang. Dort ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unfällen gekommen. In den Augen vieler Bürger waren es zu viele.

Immer gab es schwere Kollisionen

Doch kein Tempolimit für die B23 

Ettal - „Jeder Unfall ist einer zu viel“, hieß es Ende 2014 bei der Ettaler Bürgerversammlung. Den damals geforderten Kreisel für die Abzweigung nach Graswang gibt es nicht, stattdessen wurde ein Maßnahmenpaket beschlossen. Tempo 70 gehört nicht mehr dazu.

Dass sich etwas getan hat, ist von weitem sichtbar: Die Abzweigung von der B 23 in Richtung Graswangtal ist mit einer Reihe von Sichtschutzplanken in hellem Holz versehen worden. Außerdem steht ein Stoppschild am Ende der Staatsstraße 2062. „Damit ist für uns alles abgeschlossen“, sagt Dr. Hermann Streicher vom Staatlichen Bauamt Weilheim.

An der Behörde war es, einen Großteil des Maßnahmenpakets umzusetzen, das bei einem Vor-Ort-Termin im März 2015 beschlossen wurde. Damals war auch eine Geschwindigkeitsreduzierung im Abzweigungsbereich ein Thema. Heute nicht mehr. „Aktuell ist es nicht geplant, das Tempo auf 70 Stundenkilometer zu reduzieren“, sagt Stephan Scharf als Pressesprecher des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen: „Es soll zunächst beobachtet werden, wie sich die anderen Maßnahmen auf den Verkehr auswirken.“

Neben dem Stoppschild ging es den Verantwortlichen vor allem um die Sicht. Die war für Autofahrer, die von Graswang kommen, zweigeteilt: zu gut in Richtung Oberammergau, zu schlecht in Richtung Ettal. Deswegen ist das Straßenbauamt aktiv geworden. „Zum einen haben wir ausgeschnitten“, sagt Streicher mit Blick auf die Ettaler Kreuzungsseite. Gegenüber entstanden nun drei verschieden lange Sichtbehinderungen. Sie sollen Autofahrer davon abhalten, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Die Hoffnung der Verantwortlichen ist, dass langsamer gefahren und das Stoppschild wirklich beachtet wird. So sollen Unfälle an dieser Stelle vermieden werden.

Zu gut haben die Ammertaler die schweren Kollisionen in Erinnerung. Sie fragten bei der Bürgerversammlung 2014 in einer emotionalen Diskussion, wie lange man da amtlicherseits noch zuschauen will. Der Blick in die Polizeistatistik zeigte, dass es zwischen 2010 und Anfang 2015 elf schwere Unfälle mit fünf schwer verletzten Personen gegeben hatte.

Die neuen Holz-Zäune stehen nicht nur an der Abzweigung nach Graswang. Ein ähnliches Modell ziert nun auch die südliche Ortseinfahrt nach Oberammergau – zum Unmut einiger Gemeinderäte. Sie monierten das Aussehen des Zauns, der vor kurzem ein grünes Netz abgelöst hat, und wollen ihn mit Efeu zuwachsen lassen. Dieser Vorschlag soll nun die Verwaltung mit dem Staatlichen Bauamt klären.

Bauamtsmitarbeiter Streicher sieht das Ganze auf Tagblatt-Anfrage unproblematisch. So lange nichts in die Straße hinausragt, gebe es gegen eine Bepflanzung nichts einzuwenden.

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