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Nachwuchs im Mittelpunkt: Die jungen Burschen genießen ihren Auftritt sichtlich. 

Almabtrieb in Krün

Ein Dorf von seiner schönsten Seite

Krün - Ein Meer aus Trachten, weißblauer Himmel und 115 liebevoll geschmückte Rindviecher: Bayerisches Herz - was willst Du mehr? Rund 4500 Gäste verfolgen das Krüner Almfest.

Es waren stressige Wochen für Manuela Kriner. Seit es den großen Rindviehabtrieb in Krün gibt, ist sie mit ihren Vierbeinern immer dabei. Eine Heidenarbeit: „Ich habe jetzt jeden Tag über drei Stunden an den Kopfschmuck für meine Tiere gearbeitet.“ Die Bäuerin im Nebenerwerb hat gemeinsam mit ihrem Mann 26 Kälber und Milchkühe in ihrem Stall stehen. Und so paradox es klingt: „Ein großes Problem beim diesjährigen Abtrieb war für die Vollerwerbsbauern das gute Wetter“, verdeutlicht Kriner. „Denn die Heuernte hat einfach Vorrang.“ So mussten viele sogar in der Nacht ihre Kränze, Kreuze und Gestecke binden. „Da hilft aber meistens die ganze Familie zusammen.“

Das Ergebnis konnte sich am Samstag bei der siebten Auflage des Krüner Almfests trotzdem sehen lassen: Die bunten Gestecke glänzten und funkelten in der Sonne, rund 4500 Gäste säumten den Ortskern, um dem Treiben beizuwohnen. „Für uns ist es das Schönste, die Freude in den Gesichtern der Menschen zu sehen“, sagt Kriner.

Wie in Krün inzwischen Tradition haben nur die Bauern ihre Rinder geschmückt, die keinen Verlust während des Almsommers zu beklagen haben. Bei einem Landwirt kehrten nicht alle Rinder ins Tal zurück, wie Alois Kramer junior, Vorsitzender der Weidegenossenschaft, berichtet: „Eine Kuh brach sich leider das Bein.“ Das war der einzige Wehrmutstropfen. „Im Großen und Ganzen ist uns die heurige Weidesaison hervorragend geglückt - wir danken dem Schutzheiligen Leonhard.“

Dieser war auch oft als Kopfschmuck zu sehen, als die Kühe, Kälber und Ochsen an der kleinen Ehrentribüne am Maibaum vorbei schritten. Dort stand auch Bürgermeister Thomas Schwarzenberger, der mit einem Mikrofon bewaffnet die Gäste über 22 Lautsprecherboxen vom Feuerwehrhaus bis zur Gemeinde über die Tradition des Abtriebs aufklärte.

Auch heuer hatte man die schwerfälligen Vierbeiner im Mai auf die Niederalm zur Vorbereitung getrieben. Anfang Juli kamen die Tiere zur Finzalm, ehe sie im August auf der Krüner Alm weideten. Dort bleiben sie bis September, dann geht’s noch mal kurz zur Finzalm zurück, ehe die Rinder ins Tal getrieben werden. Ganz vorn dabei ist seit 14 Jahren der Hirte Max Kriner, der zum Ende hin mit seinen Helfern alle Hände voll zu tun hatte, die teils etwas verschreckten Kühe und Kälber wieder vom Kopfschmuck zu befreien. „Sie bleiben hier auf der Weide neben dem Kanal noch für ein paar Tage. Erst gegen Wintereinbruch kommen die Viecher wieder zu ihren Besitzern.“

Almabtrieb in Krün

Bilder vom Almabtrieb in Krün

Zuhauf strömten Gäste und Einheimische gleichermaßen im Anschluss auf den traditionellen Bauernmarkt vor dem Festzelt, der „noch nie so groß war wie heuer“, wie Rosi Pfeffer, Vorsitzende des federführenden Touristikvereins, mitteilt. „Wir hatten viele neue Stände, sogar aus dem Südtiroler Passeiertal war jemand vertreten.“ Natürlich freute sich Pfeffer über das schöne Wetter - auch wenn am Spätnachmittag dann doch Regen einsetzte. „Aber im Bierzelt ist das Wetter immer schön“, findet ein begeisterter Kurgast.

joho

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