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„Ja so warn’s im Mittelalter" war heuer das Motto beim Faschingstreibens in Seehausen.

Seehausen am Staffelsee

Faschingstreiben: Ein Dorf im tiefsten Mittelalter

Seehausen - Das Seehauser Faschingsspektakel hat sich erneut als Publikumsmagnet erwiesen. Diesmal stand eine Rittergaudi auf dem Programm.

Als das Startsignal ertönte, donnerten die maskierten Teilnehmer mit ihren historischen Heukarren durch die Seehauser Dorfstraße, wo der örtliche Verein „Da Sea is inser“ ein mittelalterliches Faschingsspektakel auf die Beine gestellt hatte. Unter dem Motto: „Ja so warn’s im Mittelalter“, gingen 180 Burgfräulein, Ritter, Bettler und Harlekins aus der Umgebung in Zweiergruppen an den Start. Auf einer Strecke von rund 250 Metern galt es, zahlreiche Hindernisse zu überwinden, die einiges an Geschick erforderten.

Nachdem man seinen Partner durch gezielte Wurfkraft aus dem Pranger befreit hatte, musste das Gespann wenig später auf ein wackliges Holzpferd auf Rollen umsteigen. Damit ging es weiter zum Lanzenstechen, wobei ein Blumenkranz unter den jubelnden Zurufen der rund 400 Schaulustigen aufgespießt werden musste. Wer das geschafft hatte, war dem Ziel in Form einer imposanten Burg schon nahe: Auf dieser Strecke legten sich die Mannschaften noch einmal richtig ins Zeug und rauschten mit hohem Tempo durch die beiden Burgtore.

Kommentiert wurde das Ganze von den beiden Moderatoren Michael Guglhör und Anton Daisenberger. Diese stellten schon früh fest: „Wer die Nase vorne hat, entscheidet sich an der Wurfkunst.“ Doch wie es der Name schon verrät, steht bei dem Gaudirennen allein der Spaß im Vordergrund. Den hatten Teilnehmer und Publikum gleichermaßen: „Es ist unglaublich, was dieser kleine Ort zustande gebracht hat“, lobte etwa Florian Maier.

Schließlich war für Jung und Alt etwas geboten: Während sich die Kleinen im Kinderland beim Dosenwerfen oder Schatzsuchen vergnügten, versammelten sich die Erwachsenen an der großen Ritterschenke, wo es unter anderem „Hopf’n Suad“ und „Apfe Most Bria“ gab. Die Seehauser Blasmusik sorgte im historischen Gewand für die musikalische Untermalung. Diese authentische Atmosphäre sorgte für Begeisterung: „Ich komme jedes Jahr hierher. Die Konzeption ist heuer besonders gelungen“, fand Renate Kaiser.

Dies erforderte im Vorfeld viel Arbeit: Insgesamt verbrachte der Verein zwei Monate mit der Planung. Unter Mithilfe des ganzen Dorfes sowie den umliegenden Ortschaften konnte schließlich ein Spektakel durchgeführt werden, das alles Vorherige in den Schatten stellte. Uli Hubal, Erster Vorsitzender von „Da Sea is inser“, war mit dem Ablauf mehr als zufrieden. „Das funktioniert nur, wenn alle zusammen helfen“, sagte er. Ihm zufolge stärkt die Organisation einer solchen Veranstaltung den dörflichen Zusammenhalt ungemein. Im Anschluss an das Rennen folgte die Maskenprämierung, wobei der „Seehauser Zander“ an besonders fantasievolle Kostüme verliehen wurde. Danach konnten die Maschkera den Abend beim „Knappe-Höschen-Ball“ im Gasthof Stern ausklingen lassen.

Bilder: Mittelalterspektakel in Seehausen

co

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