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Ein Dorf wird Wirt: Die Altenauer gründen Genossenschaften

Altenau - Der Elan der Altenauer Bürger ist ungebrochen. Sie sind entschlossen, den Gasthof Zur Post wieder zu beleben. Jetzt haben sie Genossenschaften gegründet.

Sie sind wie Langstreckenläufer, die mit viel Energie, Ausdauer und Willen an ihr Ziel gelangen wollen. Seit über einem halben Jahr arbeitet die Projektgruppe „Ein Dorf wird Wirt“ akribisch ein Konzept aus, um den verwaisten Gasthof Zur Post in Altenau mittels zweier Genossenschaften wieder in einen belebten Dorfmittelpunkt zu verwandeln. Jetzt haben die Initiatoren ihren ersten anvisierten Etappensieg erreicht. 126 Mitglieder gründeten die „Dorfsaal-Genossenschaft“. Sie wird für die Bewirtschaftung, Nutzung und Verwaltung des Saals zuständig sein. Die Altenauer Bürger haben ihr Wort gehalten, das Vorhaben in Form von Geschäftsanteilen zu je 1000 Euro voranzutreiben.

Mit gut 100 Mitgliedern der ersten Stunde hat die Projektgruppe gerechnet, die von acht auf elf Personen angewachsen ist. Die Erwartungen wurden mit 126 noch übertroffen. Das Ergebnis bewegte, schließlich haben die Verantwortlichen ihr ganzes Herzblut in die Umsetzung der Idee gesteckt. „Ich bin überwältigt“, gestand Versammlungsleiter Dr. Claus Hornig. Auch Hans Niklas, der neu gewählte Vorstandsvorsitzende der „Dorfsaal Genossenschaft“, konnte seine Emotionen kaum verbergen. „Es ist einfach unglaublich, dass der Mut aufgebracht wurde, Geld und Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen.“

Gemäß der Satzung beträgt die Mindesthaltezeit der Anteile fünf Jahre, die Kündigungsfrist zwölf Monate. Es ist nach wie vor möglich, sich Anteile zu sichern. Außerdem gibt es keine Nachschusspflicht. „Geldnachzahlungen sind ausgeschlossen“, stellte Hornig klar.

Weiteren Grund zur Freude bescherte die Gründung der Objektgenossenschaft am Freitagabend, zu deren Aufgaben unter anderem die Verpachtung der Gaststätte und die Vermietung der angestrebten Wirts-Wohnung gehört. 13 Mitglieder, darunter private Investoren, örtliche Vereine sowie die Wald- und Weidegenossenschaft und auch die Volks- und Raiffeisenbank Werdenfels, haben ihre Teilnahme schwarz auf weiß bestätigt. „Jetzt sind wir glücklich“, beschrieb Robert Soukup, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, seine Gemütslage.

Nun aber müssen er und seine Mitstreiter erst einmal warten: In etwa zwei Wochen erhalten sie die Gründungsgutachten. „Solange sind wir nicht geschäftsfähig“, erklärte Hornig. Doch auch in der Zwischenzeit wird die Projektgruppe nicht tatenlos bleiben. Denn das Gebäude sei eine Herausforderung. An jedem Punkt gebe es etwas zu machen, sagte Clemens Böhmer, Vize-Vorsitzender der „Dorfsaal-Genossenschaft“ und zuständiger Architekt. Er weihte die 124 anwesenden Bürger in seine Pläne ein: „Der Entwurf muss so gestaltet sein, dass sich sowohl die Älteren als auch die Jüngeren damit identifizieren können.“ (mas)

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