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Hat sich verändert: Unterammergau.

Festabend beleuchtet 14-Jahres-Projekt

Dorfentwicklung Unterammergau abgeschlossen

Eineinhalb Jahrzehnte Planungen, Diskussionen und immer wieder Baustellen. Doch nun ist eines der größten Projekte, das jemals in Unterammergau verwirklicht wurde, zu einem guten Ende gekommen.

Unterammergau – Es gibt Vorhaben, die brauchen Zeit. 14 Jahre waren es bei der Dorferneuerung Unterammergau. Den erfolgreichen Abschluss haben zahlreiche Mitglieder der „Teilnehmergemeinschaft Unterammergau II“ zum Anlass für eine zünftige Feierin der Wetzstoa-Stubn genommen – nebst Drei-Gänge-Menü zu den Klängen der örtlichen Blaskapelle.

Dabei erinnerte Bürgermeister Michael Gansler (Fortschrittliche Dorfgemeinschaft Unterammergau/FDU) an den Anfang: Im Jahr 2002 hat die Gemeinde beim Amt für ländliche Entwicklung den Antrag gestellt. Als nächster Schritt galt es ein Jahr später, den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft zu bestimmen. „Unser geschichtsträchtiges Dorf hat sein Ortsbild neu gestaltet und seine Infrastruktur gezielt ausgebaut“, lautet Ganslers positives Fazit.

Sei zunächst die Instandsetzung von Forstwegen und die Errichtung zweier Brücken über die Kurtallaine auf dem Programm gestanden, waren 2005 das Kriegerdenkmal saniert und 2006 der Dorfplatz neu gestaltet worden – nebst einem geschmackvollen Brunnen. Ohne die finanzielle Hilfe des Amtes für ländliche Entwicklung in Oberbayern und der Europäischen Union hätten auch die Restaurierung der historischen Schleifmühle und des alten Forsthauses niemals in Angriff genommen werden können, unterstrich der Bürgermeister. Auch private bauliche Maßnahmen seien bezuschusst worden.

„Insgesamt haben die fünf Arbeitskreise nicht weniger als 222 Vorschläge eingebracht“, freute er sich. Die Gesamtkosten werden in der von der Teilnehmergemeinschaft herausgegebenen Dokumentation mit 4,5 Millionen Euro beziffert.

„Die Dorfentwicklung ist ein voller Erfolg“, befand auch Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der selbst Unterammergauer ist. Der Politiker erinnerte an die Flurbereinigung ab 1972, bei der größere Grundstücke zusammengelegt worden seien, um deren Bewirtschaftung zu erleichtern. Ohne die damals erfolgten Wildbachverbauungen hätte es keine neuen Baugebiete gegeben. Ziel des gesamten Aktionspaketes, das auf den Ergebnissen der Flurbereinigung aufgebaut habe, sei die Verbesserung des Ortsbildes und die Erhaltung seines ländlichen Charakters gewesen, sagte Speer. „Für die Zukunft muss man unser Dorf auch weiterhin lebensfähig erhalten“, meinte der Landrat. „Dafür ist wichtig, dass wir einheimische Gaststätten haben und regionale Geschäfte. Das müssen wir in nächster Zeit in Angriff nehmen“, kündigte er an.

Renate Weber, Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, hob die tatkräftige Hilfe des Vorstandes hervor und wies auf zahlreiche Einzelprojekte, die im Laufe der vergangenen 14 Jahre entstanden waren, hin. „In einem Ort, für den das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege 33 Baudenkmäler und 3 Bodendenkmäler auflistet, gilt es, die Zeugen der Geschichte auch für die nachfolgenden Generationen erlebbar zu machen“, sagte Weber. Dies sei unter anderem mit der Errichtung des Wetzstein-Museums und der Wiederbelebung der historischen Schleifmühle sicher gelungen.

Für ihre Mitarbeit gab es überdies für über ein Dutzend Vorstandsmitglieder von Abteilungsleiterin Monika Hirl vom Amt für ländliche Entwicklung für ihre ehrenamtliche Mitarbeit Urkunden. Im Hinblick auf einige Schäden, die im Zuge der Arbeiten im Ortszentrum entstanden waren, äußerte sich Gansler gegenüber dem Tagblatt. Bedingt durch Vibrationen bei Verdichtungsarbeiten von Erdreich war etwa im ersten Stock der Kreissparkasse eine Decke heruntergebrochen, und an der Fassade des mit Lüftlmalereien versehenen „Schulmoasta-Hauses“ hatte sich an einigen Stellen der Außenputz gelöst. Diese Schäden würden behoben, sobald die Gutachter fertig seien, versprach der Rathauschef. Überdies wurden am neuen Kreisel der Ortseinfahrt Nachbesserungen nötig, nachdem dort Pflaster mit zu großen Zwischenräumen verlegt worden war.

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