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Das Herzstück der Dorferneuerung: der Platz um die gut 450 Jahre alte Kapelle in Klais.

Wichtiger Schritt zur Dorferneuerung

400 000 Euro fließen nach Klais

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Krün - Der Krüner Gemeinderat hat die Kosten für die Umgestaltung des Ortszentrums von Klais abgesegnet. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) hofft auf einen Baubeginn in 2016.

Klais soll schöner werden. Darüber herrscht Einigkeit. Und das lässt sich die Kommune auch einiges kosten. Für die Kosmetikkur des Krüner Ortsteils nimmt sie 400 000 Euro in die Hand. Eine Summe, die der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig absegnete. Das Vorhaben, den Ortsbereich inklusive Durchfahrtsstraße gen Elmau und vor allem den Platz rund um die Kapelle samt Grünflächen neu zu gestalten, kostet insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro.

Nachdem das Projekt im Rahmen der Dorferneuerung großzügig unterstützt wird, übernimmt das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern davon 50 Prozent. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) hofft gar auf 5 Prozent mehr. Schließlich sei der Landkreis Garmisch-Partenkirchen als Region mit besonderem Handlungsbedarf eingestuft, „deshalb müsste hier eigentlich der etwas höhere Fördersatz gelten“. Ein Ansinnen, das Robert Schartl, zuständiger Sachgebietsleiter der Münchner Behörde und zudem Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Krün, klären will. Trifft das zu, reduziert sich der Anteil der Gemeinde noch einmal. Aktuell liegt er bei gut 33 Prozent, was auf das Verhandlungsgeschick im Rahmen des G7-Gipfels zurückzuführen ist. 200 000 Euro hat das Bayerische Innenministerium den Krünern quasi als Ausgleich zugesagt „und schon überwiesen“, erklärt Schwarzenberger. Somit sind es besagte 400 000 Euro, die vom Dorf fließen müssen.

Nachdem die Kosten nun geklärt sind, und die Teilnehmergemeinschaft die Materialien für Gehwege, Einfahrten, Fahrbahn, Kranzbach-Brücke und vor allem den Platz rund um die Kapelle abgesegnet hat, steht am 15. Februar der Erörterungstermin mit allen Behörden auf dem Programm. „Dann kann ich die Baugenehmigung beantragen“, betont Schartl. Liegt die vor, geht es um die Finanzierung und die Frage, ob das Klaiser Vorhaben noch 2016 in den Fördertopf kommt. „Erst danach können die Arbeiten ausgeschrieben werden.“ Von diesem Zeitpunkt bis zum tatsächlichen Baubeginn kalkuliert der Vorsitzende mit acht bis zehn Wochen. „Ich gehe aber davon aus, dass wir heuer loslegen können“, sagt Schwarzenberger.

Neben der Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung laufen die Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim, das die Ortseinfahrt für etwa 200 000 Euro neu gestaltet. „Eine genaue Kalkulation liegt noch nicht vor“, erklärt der Bürgermeister. Sicher ist allerdings schon, dass die Gemeinde im Rahmen der Dorferneuerung einen etwas aufwändigeren Ausbau wünscht und deshalb die Mehrkosten für die Pflasterung übernehmen muss. Außerdem fallen noch 10 000 Euro an, die Zweiter Bürgermeister Klaus Koppe (Freie Wählergemeinschaft Klais) für die Renovierung der Kapelle beantragt hat. Hintergrund ist, dass ins Innere des kleinen Gotteshauses aus dem 16. Jahrhundert, das mit dem Bauernhaus und dem ehemaligen Gasthof Post das Herzstück des Ortsteils bildet, Feuchtigkeit eintritt. „Diesen Schaden müssen wir unbedingt im Vorfeld der großen Baumaßnahme beheben“, betont Schwarzenberger.

Was in Hinblick auf die Neugestaltung des Dorfkerns bereits erfolgte, ist die Untersuchung der Kranzbach-Brücke. Herausgekommen seien zwar keine größeren Schäden, „aber wir müssen dringend abdichten und ein neues Geländer anbringen“, schildert der Bürgermeister das Ergebnis. Die Kosten dafür kommen allerdings nicht allein auf die Gemeinde zu, sondern fließen in die 1,2 Millionen Euro für die Dorferneuerung ein. „Ein Glück für uns.“ Dass dadurch und durch die zu verbauenden Materialien die Gesamtkosten, die zunächst – „sehr grob“ – auf etwa eine Million Euro geschätzt worden waren, etwas gestiegen sind, kann er daher gut verkraften.

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