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leißig am Planen: (v.l.) Michael Heintz (Planungskreis), Robert Schartl (Amt für ländliche Entwicklung), Susanne Dorner und Jochen Gronle (beide Plankreis).

Kosten werden erst nach Genehmigungsverfahren preisgegeben

Dorferneuerung Krün: Das ändert sich in Klais

Krün - Die Klaiser Ortsmitte wird im Zuge der Krüner Dorferneuerung neu gestaltet. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Kapellenplatz. Außerdem sollen Raser künftig ausgebremst werden.

Ab dem Sommer 2016 wird sich in Klais einiges ändern. Am Dienstagabend kam der Vorstand für das Großprojekt im Krüner Lesesaal zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Dieser stimmte einhellig den Grundsatzbeschluss ab, den Vorsitzender Robert Schartl vom Amt für ländliche Entwicklung nun nach München zur Genehmigungsbehörde weiterleiten wird.

Die Neuerungen beginnen schon bei der Ortseinfahrt von Mittenwald kommend. Dort wird auf der Straße, die Richtung Bundesstraße 2 einmündet, eine Abbiegespur entstehen. Eine direkte Einfahrt ist somit nicht mehr möglich. Stattdessen wird eine Grünfläche die Aus- und Einfahrtsstraße nach Klais trennen. „Ein Kreisverkehr war hier leider nicht möglich, weil wir keine Genehmigung dafür bekommen hätten“, erläuterte Susanne Dorner vom Plankreis. Außerdem hätte es verkehrstechnisch keine Verbesserung gebracht, wie sie versichert.

Der Verkehr auf der Bahnhofsstraße wird nun bis zur Kirche durch Grünstreifen mit Bäumen, die links und rechts versetzt voneinander platziert werden, ausgebremst. „Über den Kranzbach werden Steine verlegt, ähnlich derer, die im Mittenwalder Obermarkt den Marktbach abdecken“, berichtete Dorner. Das wäre eine weitere optische Bremse für Autofahrer. Das Herzstück der Ortserneuerung wird die Kapelle werden – beziehungsweise darum herum. „Dort werden wir hochwertige Granitflächen verlegen.“ Durch zwei ausladende Stufen vor der Kapelle, dem Granit und einer Vergrößerung des kleinen Parks soll hier ein regelrechter Platz entstehen. Von den zwei öffentlichen Parkplätzen gegenüber dem ehemaligen Gasthof Post will sich die Gemeinde verabschieden. „Da haben bisher nur die Bewohner des Wohnheims geparkt“, schildert Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Auf Höhe des Bahnhofskiosk wird noch eine Tempo-Schwelle mit einer Höhe von etwa sechs Zentimetern errichtet.

Manch Anwohner befürchtet hohen Lärmpegel

Die wohl größte Herausforderung für das Planungsbüro war der Elmauer Weg. Die langgezogene Straße, die nur zu gern mit überhöhter Geschwindigkeit befahren wird, wie Anlieger leidig erfahren mussten, war „schwierig zu planen“, wie Dorner feststellt. Deshalb habe man nun „eine Kombination aus vielen verschiedenen Maßnahmen“ getroffen. Wer im nächsten Jahr also nach Elmau fährt, muss an Verschwenkungen, Mittelinseln und begrünten Seitenstreifen vorbei und über viele verschiedene Materialien hinüber.

„Ein wenig Angst vor der Lautstärke haben wir jetzt schon“, gestand ein Klaiser Bürger im Anschluss der öffentlichen Versammlung. Die vielen Materialwechsel, das Fahren über Pflastersteine, Beton und Asphalt könnte den Anliegern wortwörtlich im Ohr liegen. Doch da weiß Vorsitzender Schartl zu beruhigen: Dadurch, dass Autos künftiger langsamer durch den Ort fahren werden, wird auch automatisch die Lärmemission spürbar gedämpfter.

Nun müssen das Münchner Architekturbüro Plankreis und der Vorstand auf die Genehmigungen warten. „Wenn wir die dann haben, geht’s um die Finanzierung“, erklärt Schartl. Diese sei bereits gesichert. Allerdings müsste noch geklärt werden, wann das Geld letztlich auf dem Konto landet. Die Kosten teilen sich die drei Bauträger. Auf einen genauen Betrag will sich Schwarzenberger auf Tagblatt-Nachfrage nicht festlegen, solange das Genehmigungsverfahren läuft.

Josef Hornsteiner

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