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Das Verkaufsteam des Dorfladens in Bad Bayersoien: (v.l.) Peter Ströbele, Ulrike Stadler, Elisabeth Maier, Kathrin Schäfer, Margit Greinwald und Janis Schulze.

Dorfladen Bad Bayersoien - eine erste Zwischenbilanz

„Es ist kein Selbstläufer“

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Zwei Monate sind vergangen, seit Bad Bayersoien wieder einen Dorfladen besitzt. Für den Kurort ist‘s „ein Stück Heimat“. 

Bad Bayersoien – Eigentlich schon Wahnsinn: Gerade elf Monate hat es gedauert, dass in Bad Bayersoien das bisherige Lebensmittelgeschäft mit Getränkemarkt, das von dem Ehepaar Zormeier 15 Jahre lang betrieben wurde, geschlossen hat und ein neuer Dorfladen in Form einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft in der Dorfstraße 42 seine Pforten öffnete. Darauf dürfen die Hauptinitiatoren in Person von Hans Klöck, Margit Greinwald und Marco Schmid als Geschäftsführer und Karl-Heinz Schuster als Vorsitzender des Beirats berechtigerweise stolz sein. Auch der Bürgerschaft gebührt Anerkennung: Aktuell 267 Anteilszeichner haben bisher 98 000 Euro Einlagekapital angesammelt – eine beachtliche Summe.

Seit der inoffiziellen (stillen) Eröffnung vor zwei Monaten hat sich der neue Laden beim Moser gut entwickelt. Schuster ist zufrieden: „Das Geschäft wird von den Bürgern ganz gut angenommen, wobei man nicht vergessen darf, dass momentan ein bisserl tote Zeit ist. In der Urlaubssaison mit den Gästen in den Ferienwohnungen erhoffen wir uns schon mehr Zuspruch.“

Anregungen von Kunden

Anlaufschwierigkeiten und Kinderkrankheiten bei so einem Modell in Eigenregie empfindet der Beirats-Chef als ganz normal: „Das Kassensystem funktioniert noch nicht so wie wir uns das vorstellen, außerdem ist es etwas zu warm im Laden. Aber wir sind dran, das abzustellen.“ Ob die derzeitigen Öffnungszeiten verändert werden, soll eine Auswertung der Kundenfrequenz ergeben. Zum Kaufverhalten sei bislang, so Schuster, zu beobachten, dass regionale Sachen von „Unser Land“ und „Fair-Trade-Produkte“ gut gingen. Anregungen von Kunden über neue Artikel würden selbstverständlich und gerne geprüft, „aber wir können nicht alle Wünsche erfüllen“.

Fahrende Händler als Konkurrenz

Die ersten zwei Monate haben nach Angaben der Verantwortlichen aber auch gezeigt, dass die Rendite in diesem Geschäft nicht so üppig ist: „Wir müssen scharf kalkulieren und gut rechnen. Das ist kein Selbstläufer“, weiß Karl-Heinz Schuster. Eine ansprechende Frequentierung des Dorfladens sei unerlässlich, schließlich stehe man auch in Konkurrenz zu den großen Anbietern in der Region – nach Norden wie nach Süden. Die unmittelbare Nähe zum V-Markt in Saulgrub und auch die fahrenden Händler, die noch in Bad Bayersoien Station machen und dort Wurst, Eier, Obst und Kartoffel feilbieten, würden die Situation des Soier Ladens nicht gerade verbessern.

Unterm Strich ist man im Kurort jedoch zufrieden, wie es in den ersten zwei Monaten gelaufen ist. Karl-Heinz Schuster freut sich besonders, „sehr engagiertes Personal“, sprich Mitarbeiter im Laden zu haben. Dies kann Marktleiterin Kathrin Schäfer nur unterstreichen: „Ich bin glücklich darüber, dass wir so gut harmonieren.“ Ganz wenige negative Reaktionen von Kunden („Das bekomm’ ich bei Aldi deutlich günstiger“) nehmen sie entspannt entgegen. Der Discounter-Riese braucht für den kleinen Soier Dorfladen kein Maßstab zu sein. Nur die Bürger müssen auch weiter dahinterstehen.

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