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Ein Vakuum hinterlassen – bis auf weiteres – Michaela und Richard Zormeier in Bad Bayersoien.

In 15 Jahren keinen Tag Urlaub

Dorfladen Bad Bayersoien: Der letzte Tag der Pächter

Bad Bayersoien - Nach 15 Jahren ist Schluss: Die Pächter des Bayersoier Dorfladens haben am Samstag von ihrem Geschäft Abschied genommen. Wie es weitergeht, steht noch in den Sternen. 

Richard Zormeier fühlte sich wie an Weihnachten: „Die Leut’ ham sogar kleine Geschenke vorbeigebracht, viele unserer Stammkunden hatte Tränen in den Augen. Anscheinend haben wir nicht soviel falsch gemacht.“ Am Samstag gaben der 57-jährige Unternehmer und seine Frau Michaela ihr Einzelhandelsgeschäft an der Dorfstraße 31 auf – nach 15 Jahren. Damit ist jetzt ein wichtiger Dominostein in der Daseinsvorsorge und Infrastruktur des kleinen Kurorts umgefallen bzw. weggebrochen. Gerade ältere Mitbürger sehen der Zukunft mit bangem Blick entgegen, da sie nun auf Hilfe beim Einkaufen angewiesen sind.

Einen Dorfladen soll es in Soien weitergeben, doch wann das Bürger-Projekt in Form eines Genossenschaftsmodells soweit gediehen ist, dass wieder ein Lebensmittelgeschäft betrieben werden kann, steht derzeit in den Sternen. Teile der Finanzierung sind noch nicht festgezurrt. Richard Zormeier jedenfalls wünscht sich, „dass dies möglichst schnell passiert“, denn Bad Bayersoien ohne so einen Laden, das sei einfach nicht vorstellbar.

Darum zog das Ehepaar die Reißleine

Noch eine fünfjährige Option zur Fortführung des Geschäfts hätte das Ehepaar Zormeier ziehen können, doch sie wollten nicht mehr – zum einen aus Gründen der Arbeitsbelastung und zum anderen, weil in den vergangenen Jahren die Kundschaft immer weiter weggebrochen ist. Dabei konnten Bürger und Gäste aus rund 4000 Artikel auswählen, wenn sie den Laden in der Dorfstraße betraten. Richard Zormeier: „Klar hat sich das Einkaufsverhalten der Menschen geändert, auch bei uns. Viele Stammkunden sind uns auch weggebrochen, wenn man bedenkt, dass der Ort, als wir im Jahr 2001 anfingen, noch über 200 000 Übernachtungen hatte, und diese Zahl inzwischen auf 98 000 gesunken ist.“ Eigentlich sei es ohnehin ein kleines Wunder, „dass wir solange überlebt haben“.

Dass die überaus beliebten Pächter jetzt einen Schlussstrich ziehen, hängt auch mit dem hohen Aufwand zusammen: „Wir waren sieben Tage die Woche mit dem Laden beschäftigt, täglich von 5 Uhr früh und auch abends, wenn Büroarbeit und Bestellungen zu erledigen waren. In den 15 Jahren hatten wir keinen Tag Urlaub und krankheitsbedingt habe ich nur mal zwei Tage gefehlt, als ich im Krankenhaus lag“, blickt die 57-jährige Unternehmer „auf die schöne, aber auch belastende Zeit“ zurück. Sein Hausarzt habe ihn „immer wieder ermahnt, es mit der Gesundheit nicht auf die Spitze zu treiben.“

Jetzt haben die Zormeiers die Reißleine gezogen, und wollen es künftig etwas ruhiger angehen lassen. Wohin es ihn verschlägt, weiß der Saulgruber noch nicht: „Ich werde mit meiner Frau in aller Ruhe eine Entscheidung treffen.“ Von Herzen wünscht sich das Paar, dass es mit dem Dorfladen in Bad Bayersoien weitergeht: „Da sind engagierte Leute am Werk, und auch die Bürgermeisterin ist sehr bemüht. Ich bin guter Hoffnung, dass es klappt.“ Damit die Soier bald wieder wissen, wo sie Mickey-Mouse-Hefte, Schuhcreme, Kaffeefilter, Briefmarken und vieles weitere für den täglichen Bedarf kaufen können . . .

Ludwig Hutter/ Uwe Reineke

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