Festnahme im Mordfall Peggy

Festnahme im Mordfall Peggy
Mike Harker auf seiner Yacht vor der Oper von Sydney. fkn

Drachenflug-Pionier und Radio-Oberland-Initiator Mike Harker gestorben

Garmisch-Partenkirchen - Er war überall auf der Welt zu Hause. Vielleicht ist es ein Zeichen, dass Mike Harker nun an einem der schönsten Orte der Erde gestorben ist.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Abenteurer und Drachenflug-Pionier aus den USA, der lange in Garmisch-Partenkirchen gelebt hat, vergangenen Freitag im Alter von 63 Jahren einem Schlaganfall erlegen - auf seiner Yacht in der Marigot Bay vor der Antillen-Insel St. Martin.

Harker war ein Lebenskünstler. „Er lebte immer in der Gegenwart“, erinnert sich sein guter Freund Dr. Peter Samstag. „Er war wie ein Familienmitglied für uns.“ Im Mai zum Frühlingsfest hatte Harker einen Besuch im Werdenfelser Land geplant.

„Er hat das Abenteuer geliebt und gelebt“, sagt Samstag. Das Drachenfliegen drückte das wohl am besten aus. Unvergessen bleibt seine spektakuläre Aktion am 11. April 1973. Als erster Mensch flog Harker mit einem Drachen von der Zugspitze und löste damit ein gewaltiges Medienecho aus. Das ZDF drehte damals eine 30-minütige Reportage über den kühnen Mann aus Kalifornien, der zum Begründer des Drachenfliegens in Europa wurde.

Er hat immer seine Grenzen ausgelotet und dabei oft das eigene Leben aufs Spiel gesetzt, das er am Ostersamstag 1977 fast verlor. Unweit der Karibikinsel Grenada stürzte er aus rund 200 Metern ins Meer. Harker war klinisch tot, auf dem Weg ins Krankenhaus hörte sein Herz zweimal minutenlang auf zu schlagen. Elf Monate lag er im Koma. Seine Konstitution und sein starker Wille halfen ihm zurück ins Leben. Sie waren es auch, die den Kämpfer entgegen aller ärztlicher Prognosen nach jahrelanger Reha unter anderem ins Unfallklinikum Murnau aus dem Rollstuhl aufstehen und wieder gehen ließen.

Noch ehe er gehen konnte, flog er schon wieder. Zuletzt war er aber mehr auf dem Wasser als in der Luft. Mit seinem Segelboot bereiste er die Ozeane. „Bei mir geht’s immer der Nase nach“, sagte Harker einmal. Die führte ihn regelmäßig auch nach Garmisch-Partenkirchen zurück. Zu den Freunde, und dorthin, wo er nach eigener Aussage die „schönste Zeit meines Lebens“ verbracht hat. Hier hat er Spuren hinterlassen. Mitte der 1980er Jahre gründete Harker eines der ersten Privatradios in Bayern. Den Vorläufer von Radio Oberland, heute in den Händen seines Freundes Samstag. (lxs)

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