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Liegt oder lag hier der Nazischatz - an einem Holzkreuz auf dem Übungsgelände auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald?

Nazischatz in Mittenwald

Bormanns Gold-Fährte lässt sie nicht los

Mittenwald - Ein Nazischatz in Mittenwald. Dass ein solcher dort vergraben ist oder war, davon sind drei Niederländer überzeugt. Ihre Theorien führen allesamt zu einem anderen Ziel.

„Man gibt auf, oder die Wahrheit kommt ans Licht.“ Genau aus diesem Grund lässt Cyril Whistler bei seiner Suche nach dem sagenumwobenen Nazischatz in Mittenwald einfach nicht locker. Vor einigen Tagen weilte der Geigenbauer aus Arnheim wieder mal in Mittenwald. Dort gab er in Begleitung seines Freundes Teun Leuftink einer Mitarbeiterin des Bayerischen Fernsehens ein Interview. Whistlers Theorie über den Verbleib des ominösen Bormann-Golds klingt eben spannend.

Gebetsmühlenartig erzählt der hochgewachsene Künstler, warum der Schatz nur an einer Stelle liegen kann: unter einer Wiese in der Standortverwaltung. „Ich weiß auf alle Fälle, dass der Standort stimmt.“ Doch damit erntet er Widerspruch von einem weiteren Niederländer: „Er sucht am falschen Platz“, zeigt sich Boudewijn Smeets (53) aus Valkenburg überzeugt. Der Bau-Experte nahm vor zweieinhalb Jahren die Gold-Fährte auf, nachdem er den Mittenwald-Flop eines dritten Niederländers in einer TV-Sendung verfolgt hatte: Leon Giesen aus Utrecht. Was der Filmemacher unter der umgepflügten Wörnerstraße im Oktober 2013 fand? Verrostete Draht- und Eisenteile – sonst nichts. Eines hatte der Glatzkopf auf alle Fälle: jede Menge Publicity.

Genau das scheint wohl auch der zentrale Grund gewesen zu sein, warum Cyril Whistler bei der Bundesanstalt für Immobilien in München abgeblitzt ist. Die BImA, zuständig für Bundes-Liegenschaften, lässt den Musikliebhaber partout nicht in die Standortverwaltung. „Ihre Motive und Ihr Interesse für die Suche haben Sie bereits in zahlreichen Medien und Ihren Schreiben an uns präsentiert, deshalb bedarf es nach aktuellen Kenntnisstand auch keiner weiteren Motivierung Ihrerseits. Auch aus diesem Grund sehen wir keinen Grund für ein Treffen“, teilt ihm eine Mitarbeiterin kurz und knapp mit.

Dabei hat sich Whistler wie kein anderer mit dem Mittenwalder Goldschatz beschäftigt. Er glaubt aus tiefster Überzeugung daran, dass Martin Bormann (1900 bis 1945), der berüchtigte Sekretär des Führers, in Gottfried Federleins „Marsch-Impromptu“ eine versteckte Botschaft platziert hat, die zu einem Schatz unbestimmten Ausmaßes unters Karwendel führt. Unterstützer vor Ort findet Whistler ebenso keine. Die Marktverwaltung, allen voran Bürgermeister Adolf Hornsteiner, ist nach der Giesen-Pleite vorsichtig geworden.

Doch nun tritt auch noch Boudewijn Smeets auf den Plan und komplettiert somit das Oranje-Trio. Natürlich hat der Bau-Experte die Federlein-Partitur, wie er sagt, genau studiert. Man glaubt es ihm sofort, wenn man seine knapp 100-seitige Mittenwald-Abhandlung in Händen hält. Darin widmet er sich ebenso akribisch wie seine zwei Landsleute dem angeblichen Gekritzel Bormanns auf Federleins Notenblatt. Diese Geheimcodes führen zum Schatz, mit dem sich Hitlers Scherge angeblich bei Kriegsende 1945 aus dem Staub machen wollte. Hinweise wie „Edelweiß über Schwarzwald“, „Kein Wasser Kalt“ oder „Nordost Die Krone“ führen Smeets zufolge aber nicht zur Wörnerstraße oder in die Standortverwaltung, sondern hinauf auf den Hohen Brendten, direkt zum Handgranaten-Wurfgelände der Gebirgsjäger. Dort findet sich ein Holzkreuz. Selbiges hat Smeets bereits mit einem Metall-Detektor untersucht.

Ohne Einverständnis der Bundeswehr werde er nicht graben, versichert der Mann aus Valkenburg. Er glaubt auch nicht, dass er in der Bergwiese was finden wird. Falls der Bormann-Schatz dort versteckt wurde, hat ihn wahrscheinlich der damalige Kommandeur, Oberst Franz Pfeiffer, auf seiner Flucht mit nach Argentinien genommen. So lautet zumindest Smeets’ Theorie. Den Wettstreit mit seinen Landsleuten nimmt er sportlich: „Viele Wege führen nach Rom – und mehrere Wege zum Schatz." Christof Schnürer

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