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Noch kann der Storchennachwuchs kaum aus dem Horst herausschauen. 

Sind sie nicht süß?

Das erste Babyfoto! Drei Storchenkinder in Murnau geschlüpft

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Murnau - Hurra, sie sind da! Im Storchenhorst auf der Emanuel-von-Seidl-Grundschule gibt es wieder etwas zu bestaunen. Drei Babys, die vor einer Woche geschlüpft sind.

Endlich: Die Murnauer Storchenkinder sind da! Das Vogelpaar, das auf dem Dach der Seidl-Schule sein Liebesnest eingerichtet hat, bekam drei Küken. Michael Schödl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) geht davon aus, dass die Kleinen vor etwa einer Woche geschlüpft sind. Am Freitag hatte der Biologe die Jungvögel erstmals aus größerer Entfernung gesehen: „Zwei waren es sicher, möglicherweise drei.“ Dominik Bartl, der die Vogelfamilie gestern fürs Tagblatt ablichtete, sorgte für Gewissheit: Es sind drei Junge. Damit das Familienglück anhält, muss die Witterung in den nächsten Wochen mitspielen. Anhaltende Kälte und Regen könnten den Nachwuchs gefährden. 2015 hatte eine Schlechtwetterperiode einem von zwei Küken das Leben gekostet.

Die kritische Phase machen die jungen Störche im Alter von zwei bis fünf Wochen durch. Die Eisheiligen, die Mitte Mai anstehen, sollen nach den Prognosen heuer allerdings relativ mild ausfallen. Schödl zeigt sich optimistisch: „Momentan schaut es ganz gut aus.“ Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich das südlichste Brutpaar der Republik angesichts der (zu) unwirtlichen Bedingungen mit seinem Nachwuchs permanent auf einer riskanten Gratwanderung befindet.

Alleinstellungsmerkmal: die südlichsten Störche im Land

Noch läuft alles nach dem großen Plan der Natur: Die Eltern hegen und pflegen die Kleinen, jeweils einer schützt sie vor Kälte und Sonne, während der Partner Nahrung herbeischafft. Amphibien, Insekten und Mäuse bekommen die Küken, die von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende 20 bis 30 Zentimeter messen, zerlegt und mundgerecht verabreicht. Nach rund drei Wochen werden Mama und Papa ausfliegen, um die hungrigen Schnäbel zu stopfen. Etwa Anfang Juli dürfte der Nachwuchs flügge werden.

Bis dahin stellt die Storchenfamilie wieder eine Attraktion dar. Der LBV hat deshalb das Gespräch mit Vertretern der Tourist-Info gesucht, um Führungen anzubieten. Schödl könnte sich wöchentlich eine Tour, insgesamt drei oder vier Termine, vorstellen, die der LBV veranstaltet und die Info bewirbt. Die Abstimmung läuft. „Prinzipiell begrüßen wir diese Initiative“, sagt Tourist-Info-Chef Philip Schürlein. Es handle sich um die südlichsten Störche im Land und damit „um eine Art Alleinstellungsmerkmal“.

Vielleicht gelingt es auch, die Jungen zu beringen, um ihre Entwicklung zu verfolgen; darauf hatten die Vogelschützer 2015 beim überlebenden Jungvogel Muki verzichtet, da der Schritt neben technischen Hindernissen „Risiken birgt“, so Schödl. So könnten die Kleinen in Panik aus dem Nest springen. Und dass Murnaus Maskottchen ein solch tragisches Ende nehmen, will niemand – nicht nur wegen der öffentlichen Aufmerksamkeit.

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