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Die Bundespolizei kontrolliert derzeit intensiv an den Grenzübergängen. Einige Kriminelle sind den Beamten bereits ins Netz gegangen.

Einige Fahndungserfolge

G7-Grenzkontrollen: Festnahmen - aber keine Gipfelgegner

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München/Kufstein/Pirna - Die Grenzkontrollen zum G7-Gipfel 2015 zeigen Wirkung. Der Polizei hat einige Kriminelle festgenommen. Es handelt sich meist aber nicht um gewaltbereite Gipfel-Gegner.

An den Grenzübergängen in Sachsen sind laut Dresdner Morgenpost seit Beginn der Grenzkontrollen für den G7-Gipfel 2015 Schleuser und Schmuggler ins Netz gegangen. Demnach wurden mehr als 150 Straftaten aufgedeckt, darunter Drogenschmuggel, Auto-Diebstähle und Waffendelikte. „Im Prinzip haben wir rund um die Uhr Aufgriffe“, sagte Christian Meinhold, Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna, dem Nachrichtenmagazin. Die vorübergehende Aussetzung des Schengen-Abkommens erlaubt Kontrollen an allen Grenzpunkten in der Bundesrepublik.

Die schwerwiegendsten Aufgriffe: Ein Bus auf der A17 bei Breitenau, in dem sich 35 illegal eingereiste Albaner und Mazedonier befanden. Und ein Transporter mit moldawischen Schwarzarbeitern am Autobahn-Grenzübergang Ludwigsdorf, die sich auf dem Weg nach Berlin befanden. Zudem stoppte die Polizei fünf illegal eingereiste Russen am Freitag in einem polnischen BMW. Sie hatten auch noch Drogen im Gepäck: Die Beamten stellte 63 Gramm Marihuana sicher.

In Österreich: Zahlreiche Flüchtlinge aufgegriffen

Die wiedereingeführten Grenzkontrollen rund um den G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau haben auch Auswirkungen auf die Flüchtlingsströme: Die verschärften Kontrollen lassen laut Berichten der Nachrichtenagentur dpa und des österreichischen Rundfunks ORF zahlreiche Flüchtlinge in Österreich stranden. Allein am Samstag seien 71 Flüchtlinge unter anderem aus Syrien, Eritrea und Somalia aus den Zügen geholt oder auf den Straßen aufgehalten wurden, berichtet die Agentur in Berufung auf Behördenkreise.

Derzeit schätzen die Experten, dass täglich rund 120 Flüchtlinge durch Tirol Richtung Deutschland und Skandinavien unterwegs sind. Nur wenige der entdeckten Flüchtlinge stellten laut Bezirkshauptmannschaft in Österreich einen Asylantrag. Tirol ist Transitland für Migranten etwa auf dem Weg von Italien Richtung Deutschland. Bei der Suche nach gewaltbereiten Demonstranten vor dem G7-Gipfel 2015 stoßen die Beamten nun auch vermehrt auf Flüchtlinge. In Tirol sind vorsorglich Kapazitäten für bis zu 1200 Flüchtlinge geschaffen worden.

Vor G7-Gipfel: 325 unerlaubte Einreisen im Münchner Bereich

Für die Bayerischen Grenzübergänge hat die Pressestelle der Bundespolizei in München keine genauen Zahlen parat. Laut einem Sprecher sind im Münchner Bereich in den vergangenen sieben Tagen 325 unerlaubte Einreisen registriert worden. Einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Grenzkontrollen zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau gebe es bei dieser Zahl aber nicht.

Bewaffneter Mann bei G7-Protestkundgebung

Vor einer Veranstaltung des Bündnisses "Stop G7 Elmau" griff die Polizei am Samstag einen 22-Jährigen auf, bei dem es zweifelhaft scheint, ob er friedlichen Protest gegen das Gipfeltreffen im Sinn hat. Bei einer Kontrolle in München entdeckten die Beamten eine Brennpaste, ein Einhandmesser, eine Sturmhaube, ein Schulterholster sowie fünf Platzpatronen.

Nach einreisenden Protest-Demonstranten, die den G7-Gipfel 2015 gewaltsam stören wollen, suchten die Bundesbeamten laut Bundespolizei-Sprecher Meinhold hingegen bisher vergebens. „Die sind wahrscheinlich von unseren Kontrollen abgeschreckt“, so der Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna.

Die Grenzkontrollen werden zur Sicherung des G7-Treffens auf Schloss Elmau noch bis 15. Juni durchgeführt. Die meisten Kontrollpunkte sind temporär besetzt. Laut Bundespolizei sollen durch die Überprüfungen Gefahren wie die Einreise gewaltbereiter Gipfelgegner abgewehrt werden.

G7-Gipfel 2015: News-Blog und die wichtigsten Fakten

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

dor, mit Material von dpa

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