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Klarheit auch für Ortsfremde: Ein Bauhof-Mitarbeiter montiert am Montag eine „Vorankündigung“.

Verkehr in der Murnauer Lederergasse

Viele machen, was sie wollen

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Murnau - Die Lederergasse soll nicht länger Durchgangsroute sein. Die Gemeinde besserte bei der Beschilderung nach. Nun sollen Polizeikontrollen weiterhelfen.

Die Gemeinde Murnau steigt beim Problem an der Lederergasse sanft auf die Bremse. Sie nimmt eine Feinjustierung vor, weil ein radikaler Schritt aus ihrer Sicht nicht möglich scheint, um den Durchgangsverkehr auszusperren. Dieser wälzt sich verbotenerweise durch die enge Lederergasse, seit der Rathaus-Baukran die Schloßbergstraße und damit die Strecke zum Untermarkt blockiert. Autofahrer verstoßen gegen Verkehrsregeln, um einen größeren Umweg zu vermeiden. Die Gemeinde hat als Reaktion gestern die Beschilderung etwas aufgemöbelt – unter anderem, um speziell Auswärtige verstärkt darauf hinzuweisen, dass südlich der Tiefgarage nur Anlieger weiterfahren dürfen. Sie setzt zudem auf Polizeikontrollen: Verkehrssündern soll es an den Geldbeutel gehen.

Montagvormittag gegen 9.30 Uhr: Die neue Beschilderung hängt. Tafeln weisen auf die Fußgängerquerung im Süden der Lederergasse hin, die ab heute wieder viele Schulkinder benutzen werden. Weiter oben, an der Ecke Schloßbergstraße, machen nun Schilder darauf aufmerksam, dass nach 50 Metern nur noch Anlieger weiterfahren dürfen. Doch vor allem Autos mit GAP-Kennzeichen rollen trotzdem von der Pfarrstraße kommend durch, einzelne nah an Radlern und Fußgängern vorbei, in sehr flottem Tempo. Dann wird es eng. Von Süden her fährt eine Frau im VW-Bus in falscher Richtung in die unechte Einbahnstraße ein. In der Lederergasse, so scheint es, machen viele, was sie wollen.

Das soll nicht so bleiben. Die Beschilderung war der erste Streich, „den Rest übernimmt die Polizei mit Verwarnungen“, betont Florian Krammer, Chef des gemeindlichen Ordnungsamts. Er verweist auf eine Zusage aus der Inspektion, die immer wieder mal jemanden abstellen wolle, um Sünder zur Kasse zu bitten. Die Verwaltung selbst sieht keinen weiteren Spielraum, um dem Treiben Einhalt zu gebieten. „Sonst bleibt nur noch eine Straßensperrung“, betont Krammer. „Aber Anlieger müssen die Möglichkeit haben, zu den Anwesen zu gelangen. Und das wird von Nichberechtigten missbraucht.“ Die Verwaltung könne nicht mehr als Schilder aufstellen. Doch Krammer räumt ein: „Insider werden wahrscheinlich trotzdem durchfahren.“ Zumindest Ortsfremde, die bislang teils aus Versehen in dem nur für Anlieger freigegebenen Abschnitt landeten, sollen künftig draußen bleiben.

Kontrollen werde es sporadisch geben, sagt Murnaus Polizei-Chef Joachim Loy – und ganz verstärkt im Rahmen der Schulwegüberwachung, die ab heute in den Vordergrund rückt. Wer erwischt wird, wie er mit dem Auto als Pseudo-Anlieger die Lederergasse verbotenerweise gen Süden befährt, muss nach Polizeiangaben 20 Euro berappen, bei Lkw über 3,5 Tonnen sind es 75. Kommt ein Autolenker von Süden, schert sich also nicht um das Verbot der Einfahrt und ist in falscher Richtung unterwegs, zahlt er 25 Euro. In Einzelfällen, bei besonderem Vorsatz oder großer Fahrlässigkeit, verdoppeln sich diese Sätze mindestens, dazu kann es Punkte in Flensburg hageln.

Noch immer gilt: Geschäftsleute an der Lederergasse sehen die Realitäten, zeigen Verständnis für Autofahrer, die den Abschnitt trotz Verbots benutzen, weil sie ohne Riesen-Umwege ins Zentrum wollen. Gemeinderat Welf Probst (Freie Wähler) etwa bleibt dabei: „Man muss die Schloßbergstraße wenigstens einspurig freibekommen.“ Das Problem der Lederergasse sei der Baukran: „Wir brauchen eine andere Lösung.“

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