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Zukunft ungewiss: das frühere Seniorenheim „Seehaus“ in Seehausen.

Debatte um ehemaliges Altenheim

Seehaus: Kein betreutes Wohnen möglich

Noch ist unklar, wie es mit dem BRK-Areal am „Seehaus“ am Südufer des Staffelsees weitergeht. Eines dürfte aber feststehen: Eine Einrichtung für Betreutes Wohnen zu schaffen, wird dort nicht möglich sein.

Seehausen – Ein potenzieller Investor hatte einen in Richtung Betreutes Wohnen zielenden Vorschlag gemacht. Doch „im Hinblick auf die Art der Nutzung“ entspreche das geplante Vorhaben nicht dem Bebauungsplan „Seewaldweg Ost“, wie Stephan Scharf betont, Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. Möglich sei dort lediglich „eine stationäre Einrichtung als Alten- und Altenpflegeheim“. In der Kreisbehörde hatte es ein Gespräch zwischen Vertretern des Bauamtes und der projektführenden Firma gegeben. Dem Landratsamt liegt derzeit weder ein Vorbescheidsantrag noch ein Bauantrag vor.

Eine Einrichtung für Betreutes Wohnen wäre auch nicht im Sinne der Gemeinde. Man befürchtet, dass damit durch die Hintertür eine Siedlung mit privaten Bungalows entstehen könnte. Die Gespräche mit dem potenziellen Investor – dem Vernehmen nach soll er aus Schwaben stammen – laufen nach Angaben von Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) nach wie vor. Seines Wissens soll ein Konzept vorgelegt werden, „das stimmig ist“. Ob es dann auch mit dem Bebauungsplan kompatibel ist, bleibt abzuwarten. Eines weiß Hörmann: Für eine stationäre Einrichtung als Alten- und Altenpflegeheim gelten „enge bauliche Auflagen“.

In den vergangenen Jahren ist eine Handvoll verschiedener Interessenten bei der Kommune vorstellig geworden, die die Planungshoheit hat. „Die meisten sagen laut Hörmann: „Das rechnet sich nur mit Betreutem Wohnen.“ Am wirtschaftlichsten für einen Interessenten wäre es, wenn das 16 000 Quadratmeter große Areal parzelliert würde und Wohnhäuser errichtet werden könnten. „Dass das mehr Geld bringt, ist nachvollziehbar“, sagt Hörmann. Doch ein solches Quartier in Edellage will die Kommune nicht. 

Eigentümer des Geländes ist die Sozialservice-Gesellschaft (SSG) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Sie ist Betreiberin des Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee und will das Gebiet am „Seehaus“ verkaufen. Eigentlich war mal geplant, in diesem Komplex geflüchtete Menschen unterzubringen. Doch dieses Vorhaben wurde 2016 aufgegeben. Der Grund waren gesunkene Flüchtlingszahlen. 

Zur Erinnerung: Die SSG hatte 2015 SSG ein großes Immobiliengeschäft getätigt. Sie kaufte damals von einem Investor ein Paket mit sechs Objekten. Dazu zählten auch das „Seehaus“ und das „Berghaus“ in Seehausen respektive Murnau. Die SSG hatte die Häuser früher schon mal besessen. „Durch die Rolle als Eigentümer erwachsen der SSG einige Vorteile, zum Beispiel im Hinblick auf strategische Fragen der Standortentwicklung“, betonte Geschäftsführer Christian Pietig Anfang 2016. Anschließend ließ die Gesellschaft das „Seehaus“ räumen, die Bewohner mussten ins „Berghaus“ umziehen.

Roland Lory

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