Bergerlebnis: Erste Konzepte für die neuen Kabinen sehen den Einsatz von Glas für das Dach und die Seiten vor.

2000 Meter in die Tiefe

Das ist der Ausblick aus der neuen Eibsee-Bahn

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Garmisch-Partenkirchen – Technisch ist die neue Eibsee-Seilbahn weltweit einzigartig. Die Bayerische Zugspitzbahn AG möchte ab Dezember 2017 aber auch einzigartige Erlebnisse auf dem höchstem Berg Deutschlands bieten: mit einer Aussichtsplattform auf der neuen Bergstation und verglasten Gondeln.

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Es war schon schlimmer. 1993 strömten fast 600 000 Gäste auf die Zugspitze – so viele wie nie zuvor, so viele, wie seither nie wieder. Die Wartezeit für die Berg- oder Talfahrt betrug zeitweise bis zu vier Stunden. Heute sind es häufig noch immer bis zu zwei Stunden, die Urlauber und Ausflügler aus aller Welt in Kauf nehmen, um mit der 1962 erbauten Eibsee-Seilbahn den Gipfel zu erreichen. Bis zu 260 Personen in der Stunde schafft die Anlage. „Wir können den Gästen nicht dauerhaft zumuten, Stunden zu warten, um sich dann in eine kleine Kabine zu zwängen“, sagt der Kaufmännische Vorstand Matthias Stauch. Daher hat die Bayerische Zugspitzbahn AG (BZB) vor wenigen Wochen entschieden: Sie baut für 50 Millionen Euro eine neue Seilbahn. Für 540 Personen pro Stunde. Schon jetzt zeichnet sich ab: Sie wird ein Wunderwerk der Technik – und ein Anziehungspunkt.

„Wir wollen das Bergerlebnis verkaufen“, sagt der Technische Vorstand Peter Huber. Darüber macht sich das Unternehmen viele Gedanken. Etwa bei den Kabinen, die die Gäste auf den Berg und ins Tal befördern. „Besonders gestalten“ will sie die BZB. Darum kümmern sich Designer. Die hatten schon mal überlegt, eine Gondel zu bauen, die sich während der Fahrt dreht, damit jeder Gast einen Rundumblick genießen kann. Die BZB hat die Idee verworfen: Die Technik wäre zu schwer, es könnten weniger Personen in die Kabine steigen. „Wir wollen ja mehr Kapazitäten schaffen“, bekräftigt Huber. Derzeit verfolgt das Unternehmen den Plan, viel Glas einzusetzen: für das Dach und an den Seiten bis zum Boden.

Eine weitere Attraktion sehen die Studien für die neue Bergstation vor: eine besondere Aussichtsplattform, auf der die Besucher über dem Einfahrtsbereich der Kabinen fast 2000 Meter in die Tiefe schauen können – ein Gefühl wie am Alpspix, nur eben von der Zugspitze. Der Arbeitstitel lautet „Skywalk.“ Und darunter besteht Platz für eine „Skylounge“, ein weiteres Restaurant mit Fernblick.

Im Tal haben die Bauarbeiten begonnen, 2015 starten sie am Berg. Den Eröffnungstermin haben Huber und Stauch auch schon im Blick: den 21. Dezember 2017 um 9 Uhr. Bis dahin sind noch viele Herausforderungen zu meistern. Die Pendelbahn kommt mit nur einer 127 Meter hohen Stütze aus. Sowohl den Höhenunterschied von 1945 Metern als auch das Spannfeld des Seils von 3,2 Kilometern nennt Huber für eine Pendelbahn „weltweit einzigartig“. Schon heute untersucht eine Firma Transportwege für das 178 Tonnen schwere Drahtseil aus der Schweiz: Es wird in einem Stück gefahren, verteilt auf sieben, acht Fahrzeuge.

Das Prinzip: Ein Lkw fährt mit einer leeren Trommel über eine Brücke, spult dann das Seil vom zweiten Lkw auf, der wiederum die Brücke mit leerer Rolle passiert – und so weiter. Zehn bis vierzehn Tage wird die Fahrt dauern. Im Mai 2017 muss das Seil an der Talstation liegen.

Matthias Holzapfel

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