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Besonderes Flair: Die Maximiliansinsel im Eibsee ist bei Brautpaaren sehr beliebt.

25 Paare schlossen dort jährlich den Bund fürs Leben

Aus für Insel-Trauungen

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Grainau - Mit standesamtlichen Trauungen auf der Maximiliansinsel im Eibsee ist Schluss. Der Gemeinderat beschloss, diese als Teil des Standesamtsbezirks zu entwidmen. Hotelier Marc Rieppel hält an dem Ort trotzdem fest - mit einer besonderen Zeremonie.

Es ist der schönste Tag für ein Paar, das Ja zueinander sagt. Und der soll perfekt sein. Das heißt, das auch die Kulisse stimmen muss. Trauungen in einem schönen Ambiente erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Termine auf der Zugspitze, die der Markt Garmisch-Partenkirchen einmal monatlich anbietet, sind stets ausgebucht. Sechs Paare sagen an diesen Mittwochen auf Deutschlands Berg Ja zueinander. „Auch das Richard-Strauss-Institut, in dem man immer freitags heiraten kann, kommt sehr gut an“, sagt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. Die historische Villa habe eben ein ganz eigenes, viel persönlicheres Flair, als das schlichte Trauzimmer im Rathaus. In Grainau zog die Maximiliansinsel im Eibsee Paare aus Deutschland und dem Rest der Welt an. Vor dieser romantischen Kulisse schlossen sie den Bund fürs Leben – 25 waren es jedes Jahr.

Damit ist jetzt Schluss: Mit 13:3-Stimmen hat der Gemeinderat diese „als Räumlichkeit des Standesamtsbezirks Grainau widerrufen“, wie es im Verwaltungs-Jargon heißt. Somit schippert künftig kein Beamter mehr über den kristallklaren See und erklärt zwei Verliebte zu Mann und Frau. „Der Aufwand spricht nicht dafür“, unterstrich Bürgermeister Stephan Märkl (CSU). Maximal 250 Euro dürfe die Gemeinde für sämtliche Extras und die weite Anfahrt erheben, das rechne sich aber nicht. Einen privaten Vertrag mit dem Eibsee-Hotel, das als Besitzer der Insel diese besonderen Trauungen im Programm hat, sei der Gemeinde aber nicht möglich. „Da dürfen wir nichts ausmachen“, erklärte Märkl.

„Schade“ findet Geschäftsführer Marc Rieppel dieses Ergebnis, mit dem er allerdings gerechnet habe. „Wir hätten über die Kosten und die Möglichkeit, dass wir etwas davon übernehmen können, durchaus reden können.“ Nachdem er jedoch die Vorzeichen richtig gedeutet hatte, „haben wir uns schon neu positioniert“. Auf seiner Homepage bewirbt er dieses Angebot nun folgendermaßen: „Für eine freie Trauung im engsten Familien- und Freundeskreis haben wir ein ganz besonderes Highlight – die Maximiliansinsel im Eibsee!“ Zwar müssen die Paare den offiziellen Akt künftig im Rathaus oder einem anderen gewidmeten Raum absolvieren, die Zeremonie kann aber weiterhin vor der Traum-Kulisse stattfinden. Rieppel stellt sich vor, mit freien Geistlichen, die derartige Feiern abhalten, zu kooperieren, um Brautpaaren auch künftig das romantische Ambiente zu ermöglichen. „Viele wollen keine kirchliche Trauung, sondern suchen einen festlichen Rahmen“, weiß der Hotelier aus langjähriger Erfahrung.

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